Coronavirus in Italy

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Digital Life
03/24/2020

Von Gesangsstunden bis Yoga: Was jetzt alles online geht

Weil zahlreiche Geschäfte zu bleiben müssen, bieten Händler und Dienstleister ihren Service im Internet an.

von Franziska Bechtold

Wenn die Läden wegen der Coronavirus-Maßnahmen geschlossen bleiben, boomt der Online-Handel. Supermarktketten sind mit den Anfragen überfordert und Amazon beginnt, sein Sortiment einzuschränken. Man muss aber nicht auf internationale Plattformen zurückgreifen. Gerade lokale Händler sind nun auf Einnahmen angewiesen. Auf dem Blog nunukaller.com gibt es eine detaillierte Übersicht solcher Angebote aus zahlreichen verschiedenen Sektoren. Oft ist es aber auch das Geschäft ums Eck, das seine Dienst jetzt online anbietet. Ein Anruf oder ein Besuch der jeweiligen Webseite oder des Social-Media-Profils empfiehlt sich in jedem Fall.

Reparaturen auf Bestellung 

Ein Auto, Fahrrad oder die Waschmaschine gehen auch während der Corona-Krise kaputt. Obwohl Werkstätten und Reparatur-Service schließen mussten, haben sich die meisten Anbieter eine Lösung überlegt. So kann man beispielsweise ein Fahrrad zu einem vereinbarten Zeitpunkt abholen lassen und die Mitarbeiter stellen es nach der Reparatur einfach wieder vor die Haustüre. Fahrzeugreparaturen sollten ebenfalls vorher telefonisch besprochen werden, damit die Übergabe und der Service ohne soziale Kontakte ablaufen kann.

Auch Handyreparatur-Service und Installateure müssen adaptieren. Lieferungen und Reparaturen werden nun mit Schutzkleidung und erhöhten Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt. So bietet Samsung derzeit einen kontaktlosen Reparaturservice per Post oder mit Abholung per Rad.

Online-Shopping beim Laden um die Ecke

Die Wiener Märkte haben sich zusammengeschlossen, um frische Produkte ausliefern zu können und damit auf ihre Einnahmen nicht verzichten müssen. Über die Webseite marktlieferung.wien können Nutzer Lieferungen von allen Märkten beantragen. 

Auch zahlreiche Feinkostläden haben ihren Online-Handel mittlerweile ausgebaut. Kaffeebohnen, Tees oder Säfte können ohne persönlichen Kontakt vor die Wohnungstür geliefert werden. Gleiches gilt für Wein, Bier und Spirituosen. Hier bieten Fachhändler, beispielsweise killis.at, eine große Auswahl im Online-Shop. Möchte man ein spezielles Produkt, kann dieses häufig auch direkt beim Produzenten bestellt werden.

Anbieter von Biokistln, wie zum Beispiel Adamah oder Jasansky, die frisches Obst und Gemüse liefern, erleben derzeit einen großen Anstieg an Bestellungen. Die Übergabe läuft kontaktlos ab: Die Kisten werden zu fixen Zeiten im Haus abgestellt. Zudem werden oft Säfte, Pesto oder Aufstriche angeboten.

Auch Freizeit-Läden, bspw. für Bastelbedarf oder Pflanzen, liefern nach Hause. So kann man sich Wolle oder Blumen liefern lassen. 

Musik und Sport via Video 

Wer aufgrund der Ausgangsbeschränkung regelmäßige Lehr- und Sportstunden nicht wahrnehmen kann, hat ein großes Online-Angebot, auf das man nun zurückgreifen kann. Viele Fitnessstudio-Ketten bieten kostenlose Online-Kurse an, bis man wieder vor Ort trainieren darf. Auch zahlreiche Yoga-Zentren haben auf Online-Betrieb umgestellt.

Dort kann man sich zur jeweiligen Kurszeit einfach live von zu Hause zuschalten und den Anweisungen der Trainer folgen. Gitarre, Klavier oder Violine kann man ebenfalls zu Hause üben. Die Lehrer schalten sich dann über den Online-Video-Chat-Dienst Skype zu. Besonders häufig wird so Gesangsunterricht angeboten. Dafür sind neben einer Internetverbindung auch ein gutes Mikrofon und eine Webcam nötig. 

Beratungen 

Auch wenn man das Haus nicht mehr verlassen darf, brauchen viele Menschen Hilfe, sei es in Form von Paarberatung, Ernährungscoaching oder psychologischer Betreuung. Diese Angebote sind auch über Video-Telefonie möglich. Hier sollte man seinen Therapeuten kontaktieren. Auch Angebote, die als Online-Service zunächst ungewöhnlich wirken, finden sich im Netz. So findet man Hundetrainings per Telefon oder Online-Coaching.