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Digital Life
05/29/2020

Was tun, wenn der Strom ausfällt?

Vor Stromausfällen ist niemand geschützt. Daher sollte man auf solche Störungen vorbereitet sein.

von Franziska Bechtold

Ein Stromausfall passiert schnell, sei es durch Unwetter oder einen Fehler, beispielsweise bei Bauarbeiten. Normalerweise sollte das in wenigen Minuten erledigt sein und man muss anschließend höchstens ein paar Uhren neu einstellen. Manchmal ist das Problem aber mit kurzem Warten nicht erledigt. Bei jedem Störungsfall gibt es einige Verhaltensregeln, die man beachten sollte.

Die erste Frage, die man sich stellen sollte, ist: Sind auch andere von der Störung betroffen? Dabei hilft zunächst der simple Blick aus dem Fenster, insbesondere wenn es dunkel ist. Sind möglicherweise auch Straßenlaternen ausgefallen und die Nachbarhäuser finster, wird es ein großflächiges Problem sein. Zudem kann man bei Mehrfamilienhäusern prüfen, ob das Licht im Hausgang funktioniert. Auch ein Check von Social-Media-Kanälen, wie Twitter, mit dem Smartphone kann aufklären. Hier melden sich in der Regel Betroffene schnell zu Wort, um herauszufinden, wie verbreitet das Problem ist.

Strom-Störungshotline anrufen

Sind alle betroffen, muss man zunächst warten oder kann sich an die kostenlosen Strom-Störungshotlines der Netzanbieter wenden. „Unsere Störungsteams sitzen rund um die Uhr in der Zentrale und erhalten automatisch eine Meldung, wenn ein Ausfall stattfindet. Dann rückt das Team aus und behebt den Fehler, was zwischen 20 und 60 Minuten dauert“, sagt Manuela Gutenbrunner, Unternehmenssprecherin der Wiener Netze zur futurezone.

Ist nur das eigene Zuhause betroffen, ist die Ursache in den meisten Fällen offensichtlich: Hat man gerade ein Elektrogerät in Gebrauch oder ein neues angeschlossen, könnte eine Sicherung herausgesprungen sein. Dann sollte man den Stecker des Geräts umgehend ziehen und im Sicherungskasten nachsehen, ob eine Sicherung herausgesprungen ist und den Schalter wieder nach oben kippen. 

Lässt sich die Sicherung nicht wieder aktivieren, kann man die elektronischen Geräte nach und nach abstecken, um zu testen, wann sich der Sicherungsschalter wieder bewegen lässt. Hat man den Übeltäter gefunden, sollte man das Gerät nicht wieder benutzen und reparieren bzw. austauschen. Ist die Sicherung nicht das Problem, sollte man umgehend einen Elektriker verständigen. Dann könnte eine Sicherung beschädigt sein und muss ausgetauscht werden.

Taschenlampe und Powerbank

Auch wenn ein längerer Stromausfall in Österreich selten vorkommt, sollte man sich in solchen Fällen vorbereitet haben, insbesondere wenn er in der Nacht auftritt. Dann sind 2 Dinge wichtig: Licht und eine Powerbank. Hat man das Smartphone zur Hand, kann man die Taschenlampe aktivieren. Dauert der Stromausfall länger als ein paar Minuten, sind Kerzen hilfreich, um den Smartphone-Akku zu schonen.

Wird die Batterie trotzdem knapp, kommt die geladene Powerbank zum Einsatz, mit der man das Handy notfalls aufladen kann. Auch wenn man diese Dinge im Haus hat, sollten sie immer auch leicht auffindbar sein, damit man in der Finsternis nicht erst sämtliche Kästen durchwühlen muss. Zudem ist es hilfreich zu wissen, wo sich der Sicherungskasten befindet und – falls er abgeschlossen ist – wo der Schlüssel dazu abgelegt wurde. Auch hier ist eine Suche im Dunkeln sonst mühsam.

In größeren Wohnhäusern befindet sich der Sicherungskasten manchmal nicht in der Wohnung, sondern in einem eigenen Zählerkastenraum. Dieser ist meist mit einem Standardschlüssel Typ 61005 abgeschlossen. Hausbesorger und Elektriker sollten über einen solchen Schlüssel verfügen, oder man bestellt ihn sich sicherheitshalber online

Kühlschrank geschlossen halten

Einige Hausgemeinschaften verfügen über Notstromaggregate, die dann zum Einsatz kommen, wenn der Stromausfall länger andauern sollte, erklärt Gutenbrunner. Das dient aber nur der nötigsten Versorgung für Heizung, Therme, Herd und Kühlschrank. Geräte wie Fernseher oder Computer sollten dann ausgeschaltet bleiben.

Dauert der Stromausfall etwas länger und man kann nicht kochen, ist der Drang vielleicht groß, sich einen Snack aus dem Kühlschrank zu holen. Da man allerdings nicht weiß, wie lange dieser ohne Strom auskommen muss, sollte man ihn geschlossen halten, da die Kälte sonst entweichen kann und die Lebensmittel schneller verderben. 

Herd und Therme prüfen

Hat man nun ausgeharrt und der Strom geht wieder an, sollte man einen Kontrollgang machen. Wurde der Stromausfall durch ein Unwetter ausgelöst, könnten Geräte durch einen Blitzschlag beschädigt worden sein. Sie sollte man vom Stromnetz trennen und gegebenenfalls reparieren. Hat man kein warmes Wasser, muss man möglicherweise die Therme manuell wieder starten. Funktioniert das auch nicht, sollte man den Hersteller kontaktieren.

Besonders wichtig ist die Kontrolle der Herdplatten. Hat man vor dem Stromausfall gekocht, sollte man darauf achten, dass sich die Platten auch wieder einschalten, sobald der Strom angeht. Gleiches gilt für Geräte wie Bügeleisen, die potenziell einen Brand auslösen können, wenn man sie nicht vom Stromnetz trennt und während des Ausfalls unbedacht ablegt. 

Stromausfälle sind in Österreich glücklicherweise äußerst selten. Laut e-control betrug die Gesamtzeit der Ausfälle in Österreich im Jahre 2018 nur 38,09 Minuten. Hat man die wichtigsten Vorkehrungen getroffen und geht sicher, dass potenziell gefährliche Geräte nach dem Ausfall nicht ungewollt wieder aktiv werden, sollte man einen Ausfall problemlos überstehen.  

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