Digital Life
21.04.2018

Wie von Drittanbietern reparierte iPhones den Geist aufgeben

Apples jüngstes iOS-Update schränkt Funktionen auf von Drittanbietern reparierten Geräten ein oder setzt sie außer Gefecht. Auch bei der Verwendung von Originalteilen gibt es Aussetzer.

Das im März veröffentliche Update auf iOS 11.3 macht es für iPhone-Besitzer schwer, ihre Geräte von Drittanbietern reparieren zu lassen. Vor zehn Tagen machten Beschwerden von Apple-Kunden die Runde, deren Touchscreens auf dem iPhone 8 nicht mehr reagierten, nachdem beschädigte Displays von Drittanbietern ausgetauscht wurden. Die Geräte waren damit unbrauchbar.

Auch Face-ID und Helligkeitssensoren betroffen

Wie Motherboard berichtet, dürfte es nicht das einzige Problem sein, das bei reparierten iPhone 8 und iPhone X-Geräten auftritt. Bereits vor dem Update auf iOS 11.3 sei durch den Tausch von Displays die Helligkeitssensoren von Geräten mit Displays, die nicht von Apple stammen, außer Gefecht gesetzt worden. Die Anpassung der Helligkeit des Bildschirms an das Umgebungslicht funktionierte dann nicht mehr. Auch die Gesichtserkennung funktioniert nach dem Tausch von Apple-Displays durch Bauteile von Drittanbietern bei iPhone 8 und iPhone X nicht mehr, wie ein Video eines Reparaturdienstleisters zeigt, das die Tücken der Reparaturen von neuen Apple-Smartphones detailliert demonstriert.

Probleme auch mit Originalteilen

Allerdings garantieren auch von Apple zertifizierte Bauteile nicht, dass die Geräte einwandfrei funktionieren. Wie im Video gezeigt wird, setzen die Funktionen auch beim Tausch in Mitleidenschaft gezogener Displays gegen von Apple stammende Original-Teile aus. Warum das so sei, könne er sich nicht erklären, meint der Reparaturdienstleister, der zu Testzwecken die Displays zweier iPhone X-Geräte untereinander tauschte.

Reparaturen von Drittanbietern sind in der Regel deutlich billiger als Wiederinstandsetzungen durch Apple. Dass Apple über die Billigkonkurrenz nicht glücklich ist, zeigen Lobbying-Aktivitäten mit denen versucht wurde, ein mittlerweile in mehreren US-Bundesstaaten durchgesetztes Recht auf Reparatur zu verhindern.

Probleme mit Software-Updates, die Geräte nach Reparaturen von Drittanbietern außer Gefecht setzten oder in ihrer Funktionalität einschränkten gab es in der Vergangenheit bei Apple-Produkten immer wieder. 2016 sorgte etwa der „Error 53“ für Aufsehen. Damals wurden Tausende iPhone 6 und iPhone 6S, die von Drittanbietern repariert wurden nach einem Software-Update unbrauchbar.