Digital Life
26.08.2016

Wie "Von meinem iPhone gesendet" zum guten Ton wurde

"Von meinem iPhone gesendet": Zu Anfang noch Prahlerei, heute gehört es zum guten Ton. Auch Fehler werden eher verziehen, wenn sich der Zusatz am Ende einer Mail findet.

Jedem Smartphone-Besitzer dürfte es schon einmal passiert sein: Man verfasst eine Mail und schickt sie mitsamt der voreingestellten Signatur ab. Was will mir der Absender mit "Versendet von meinem Smartphone" sagen, dürfte sich wohl der Empfänger denken. Doch mittlerweile entwickelt sich der scheinbar sinnlose Zusatz zum guten Ton, wie der Guardian berichtet.

Neue Bedeutung bekommen

Zu Anfang wurde der kurze Satz meist als Prahlerei interpretiert. Das dürfte wohl auch daran liegen, das er vor allem mit dem Durchbruch des ersten iPhones 2007 Einzug hielt und so scheinbar signalisierte, dass man zu einem elitären Club gehöre. Jahrelang wurde darüber debattiert, ob es unhöflich sei, die vorgefertigte E-Mail-Signatur zu verwenden. Der Atlantic bezeichnete es schlicht als unkreativ - was wiederum von vielen Nutzern als Aufruf verstanden wurde, den Originalsatz umzutexten, beispielsweise in "Von meinem Telefon mit Wählscheibe gesendet" oder "Vom Schlafzimmer deiner Mutter gesendet". Ein Trend, der viele Nutzer dazu bewog, die Signatur vollständig zu deaktivieren.

Doch zuletzt feiert sie wieder eine Rückkehr - allerdings mit anderer Bedeutung. Denn in einem Zeitalter, in dem jeder ein Smartphone besitzt, gewährt dieser Zusatz mehr Freiheiten beim Verfassen einer E-Mail. Tippfehler, lockerer Schreibstil sowie Emojis werden vor allem im professionellen Umfeld eher verziehen, wenn der Zusatz "Von meinem Smartphone gesendet" am Ende zu finden ist. Das belegt auch eine Studie, die 2012 von Forschern der Universitäten von Michigan und Illinois durchgeführt wurde.

Wir tun das Beste

"Von meinem Smartphone gesendet" bittet auf gewisse Art und Weise um Verständnis, wie der Guardian erklärt. "'Von meinem iPhone versendet' ist wohl die höflichste Art und Weise, um jemanden zu zeigen, dass diese neue Hölle der andauernden Verfügbarkeit ziemlich unangenehm sein kann und wir tun, was wir können."