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Nostalgie

Wiener designt Google-Suche im Mad-Men-Stil

Im Internet etwas suchen, als schrieben wir das Jahr 1960. Diese Erfahrung bietet der österreichische Webentwickler Norbert Landsteiner mit seinem Kunstprojekt "Google60". Stilecht wird auf einem Schreibmaschinen- und Lochkarten-Interface der Suchebgriff eingegeben. Auch die Sounds wurden entsprechend angepasst. In einem zweiten Schritt muss der User zwischen drei verschiedenen Modi auswählen: Textsuche (1), Bildsuche (2)  oder aktuellste Nachrichten (3). Nachdem per Eingabe der Zahlen 1, 2 oder 3 die gewünschte Suchoption bestätigt wurde, wird in dem Jahr 1960 angepasster Geschwindigkeit das Suchergebnis ausgespielt.

"Ich hab mich früher schon mit User Interfaces befasst und wissenschaftlich auseinandergesetzt", sagt Norbert Landsteiner im Gespräch mit der futurezone. "Ich fand alte Maschinen immer schon ein Faszinosum." Im Frühling dieses Jahres habe es bereits ein ähnliches Projekt im Stile der 80er-Jahre gegeben. Wie hätte Google in den 80ern ausgesehen, und wie hätte Bing in den 80ern ausgesehen.

"Danach kam die Idee auf, in der Zeit noch etwas weiter zurückzugehen und das Interface in noch früherer Form umzusetzen", so Landsteiner. Die Idee zu der Mad-Men-Suche sei schon vor einem halben Jahr entstanden, doch erst kürzlich habe er Zeit gefunden, sie umzusetzen. "Das dauerte dann in etwa zwei Wochen", sagt Landsteiner.

Als Zugang zur aktuellen Suchwelt nutzt der Webentwickler bei seiner Retro-Suche eine alte Google-API. Mit dem Konzern selbst steht der Webentwickler, der eine lange Liste an namhaften Kunden vorweisen kann, in keinerlei Verbindung.

Kreativer Ausbruch
Google 60 sei ein reines Kunstprojekt, betont Landsteiner. "Alle paar Jahre leiste ich es mir, etwas zu machen, das auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. Hin und wieder möchte ich einfach meine eigenen Ideen umsetzen, ohne damit einen größeren Zweck zu erfüllen", erklärt Landstätter.

Die liebevoll gestaltete Retro-Suche findet jedenfalls weltweiten Anklang. Auch in US-Medien ist die Mad-Men-Suchmaschine bereits Thema. Landsteiner gibt sich dennoch bescheiden. "Auf solche Projekte kriegt man heute eigentlich gar keine große, direkte Rückmeldung mehr." Früher sei das noch ein wenig anders gewesen, inzwischen aber sei es höchst selten, dass mal jemand aus internationalen Medien bei ihm anrufe.

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