Digital Life
29.01.2018

YouTube-Nutzer schürfen unwissentlich Kryptowährung

Bei YouTube sind Werbeanzeigen entdeckt worden, die Rechenleistung von Nutzern einsetzen, um die Kryptowährung Monero für Hintermänner zu schürfen.

Obwohl Google angekündigt hat, gegen Skripte vorzugehen, die Rechner von Webseitenbenutzern einspannen, um Kryptowährungen zu schürfen, sind jetzt manipulierte Werbeeinschaltungen bei YouTube aufgetaucht. ArsTechnica schreibt, dass der italienische Webentwickler Diego Betto entsprechenden Code auf Googles Videoplattform entdeckt hat, weil sein Virenscanner mehrmals angeschlagen hat, wenn er YouTube besuchte.

Das Schürfen von Kryptowährungen wie Monero kann für die Hintermänner lukrativ sein, wenn genug Rechner gekapert werden können und entsprechend viel Rechenleistung zur Verfügung stellen. Durch den Wertzuwachs vieler Kryptowährungen verbreiten sich solche Skripte mittlerweile auf vielen Webseiten. Hauptsächlich kommt dabe ein vom Hersteller Coinhive angefertigtes Javascript zum Einsatz. Coinhive erhält 30 Prozent der Einnahmen, der Rest geht an die Personen, die das Script verbreiten.

Skripte blockieren

Die Sicherheitsforscher von Trend Micro sagen, dass die Betreiber der unfreiwilligen Crowdmining-Operationen Googles Werbeplattform Doubleclick nutzen, um ihre Skripte in Umlauf zu bringen. Betroffene Nutzer sollen hauptsächlich aus Frankreich, Italien, Spanien, Japan und Taiwan kommen. Die Skripte nutzen wenn sie aktiv sind 80 Prozent der CPU-Leistung der YouTube-Besucher, um Monero zu schürfen.

Google hat zugegeben, dass es solche Fälle gegeben habe: "Das ist eine relativ neue Form des Missbrauchs, die unsere Regeln verletzt und die wir aktiv überwachen. Im vorliegenden Fall haben wir die Werbeanzeigen in weniger als zwei Stunden blockiert und die Urheber von der Plattform entfernt", schreibt Google an ArsTechnica. Laut Trend Micro wurden einige Anzeigen allerdings über eine Woche lang ausgespielt. Die Plattform ist für Betrüger attraktiv, weil die vielen Nutzer relativ lange auf der Seite bleiben. Skriptblocker können ihre Nutzer gegen ungewollte Schürftätigkeit schützen, allerdings macht das Blockieren sämtlicher Skripte viele Seiten unbenutzbar und das manuelle Trainieren der Blocker ist mühsam. Einige Adblocker haben vorinstallierte Listen mit unerwünschten Skripten, die ebenfall Schutz gewähren. Das Abschalten von JavaScript im Browser löst das Problem auch, hat aber ebenfalls den Nachteil, dass manche Seiten dann nicht mehr funktionieren.