© Heinz Wagner

Kontroverse
05/23/2011

Zuckerberg will Unter-13-Jährige auf Facebook

Über Funktion und Nutzen von Facebook für Kinder hat der Gründer des Online-Netzwerks aber noch nicht nachgedacht. Aus pädagogischer und sicherheitstechnischer Sicht ist der Vorschlag hochproblematisch, wie etwa die Sicherheitsforscherin Edith Huber von der Donau-Universität Krems gegenüber der futurezone sagt.

von Jakob Steinschaden

Facebook-Chef Mark Zuckerberg (27) will die Altersbegrenzungen für Online-Netzwerke in den USA gerne senken, berichtete CNN. Derzeit sieht der "Children`s Online Privacy Protection Act" vor, dass Webseiten nur Daten von Nutzern sammeln dürfen, die älter als 13 Jahre sind. Wie Facebook bei der Ausbildung und Erziehung der Kinder helfen könnte, darauf hat Zuckerberg aber noch keine Antwort. "Wegen der Restriktionen haben wir darüber noch nicht nachgedacht", so der Facebook-CEO. Sollten die Regeln geändert werden, würde man aber in erster Linie für die Sicherheit der jungen Nutzer sorgen.

Obwohl es die Altersbegrenzung ab 13 Jahren laut Facebook-Nutzungsbedingungen gibt, sind - kaum verwunderlich - trotzdem viele jüngere User angemeldet. Consumer Reports schätzt, dass in den USA etwa 7,5 Millionen Unter-13-Jährige die Webseite nutzen. Die Umgehung der Schranke ist denkbar einfach: Die Kids geben im Laufe des Anmeldeprozesses einfach ein falsche Geburtsdatum an.

Heftige Kritik
"Der Vorschlag ist nicht sinnvoll", sagt Edith Huber, Sicherheitsforscherin an der Donau-Universität Krems, zur futurezone. "Jugendliche in diesem Alter sind noch nicht instande, Medieninhalte zu bewerten und kritisch zu hinterfragen." Auch sei die derzeitige Altersgrenze von 13 Jahren zu früh angesetzt, empfehlenswert wäre eher eine Ab-15-Regelung. Die Nutzung von Facebook und vergleichbaren Internet-Diensten darunter sei nur unter pädagogischer Aufsicht (Eltern, Lehrer) sinnvoll - was in der Praxis allerdings nur schwer zu realisieren sei.

Neben der Missinterpretation der Inhalte sei vor allem der virtuell abgebildete Klassenverband in Online-Netzwerken problematisch. Cybermobbing könne schnell passieren, da Kinder und Jugendliche die Tragweite ihrer Online-Handlungen noch nicht abschätzen könnten. "So zieht man Menschen heran, die ihre Konflikte primär über Facebook austragen", so Huber. "Dieses Problem wird uns über die nächsten Jahre noch stark beschäftigen."

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