Digital Life 16.04.2018

Zwei Monate Smart Home: „Keine einzige Stunde digitale Ruhe“

die Journalistin erzählt, wie sich ein smartes Wohnzimmer anfühlt © Bild: Getty Images/istockphoto/Chris Gramly/istockphoto

Eine Journalistin lebte zwei Monate in einem vernetzten Heim und erzählte im TED-Talk über ihre Erfahrungen damit.

Die Journalistin Kashmir Hill hat ihre Einzimmerwohnung in San Francisco in ein Smart Home verwandelt, um zwei Monate lang im vernetzten Haushalt zu leben, wie BBC berichtet. Sie hat dazu alles vernetzt, was es zu vernetzen gab: Von einer smarten Zahnbürste, Kaffeemaschinen, einer "Hello Barbie", einem Roomba-Staubsaugerroboter, einer Philips Hue bis hin zur digitalen Sprachassistentin Alexa von Amazon, einem Smart-TV und einigen weiteren, smarten Dingen reichte die Palette der Gegenstände.

Es sei „wie in einem kommerziellen Überwachungsstaat“ gewesen, ohne „eine einzige Stunde digitaler Ruhe“, berichtet die Journalistin in einem TED-Talk. "All dieses unangenehme Gefühl, das man hat, wenn man weiß, dass man online überwacht wird, nimmt man sich damit in sein Wohnzimmer mit", schreibt Hill in ihrem eigenen Beitrag auf Gizmodo. Mit einem speziellen WiFi-Router hat sie mitgetrackt, was für Daten die Geräte über ihr Leben gesammelt und weitergereicht haben.

Daten an den Hersteller gesendet

Amazon Echo hat mit den Servern von Amazon alle drei Minuten Kontakt aufgenommen. Der TV hat die Information über jede Sendung, die wir auf Hulu geschaut haben, weitergesendet, auch an Datenunternehmen“, sagt Hill. Es sei aber wesentlich beunruhigender, wenn man nicht wüsste, mit wem die Daten geteilt werden.

Viele Firmen seien hier extrem intransparent und man wisse als Konsument gar nicht, an wen die Daten von smarten Geräten wirklich gehen. Man müsse daher nicht nur Facebook kontrollieren, sondern auch die Hersteller von smarten Geräten, die alles mit dem Internet vernetzen. Wenn man bei sozialen Netzwerken seine Daten freiwillig hergibt, um den Dienst nutzen zu können, sei dies bei smarten Produkten anders.

"Smart Home war nicht bequem"

„Mein Smart Home war nicht bequem. Dinge haben nicht funktioniert, der smarte Kaffee hat furchtbar geschmeckt, Alexa hat uns nicht verstanden und diesen Privatsphäre-Trade-Off war das Erlebnis definitiv nicht wert.“ Amazon Echo und den Smart-TV will Hill dennoch weiterhin in ihrem Eigenheim behalten. „Ich mag das Zeug zwar nicht, aber es bleibt jetzt in unserem Heim.“

Für die Zukunft hofft Hill, dass Hersteller künftig bessere Produkte machen und den Schutz der Privatsphäre per Default in die Produkte einbauen würden.

( futurezone ) Erstellt am 16.04.2018