Evolve erscheint am 21. Oktober für PS4, Xbox One und PC.

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Games
06/21/2014

Evolve: Hitverdächtige Coop-Monsterjagd angespielt

Von den Machern von Left 4 Dead kommt ein neuer Coop-Shooter, bei dem ein riesiges Monster gejagt wird, das ebenfalls von einem Spieler gesteuert wird.

Auch wenn Microsoft und Sony nur wenige eigene Titel für Xbox One und PS4 vorgestellt haben, die noch dieses Jahr erscheinen, müssen Gamer nicht um ihre Unterhaltung bangen. Zu den vielversprechendsten Spielen die von Third-Party-Entwicklern auf der E3 gezeigt wurden, gehört Evolve (21. Oktober, PS4, Xbox One, PC). Die futurezone hat den Coop-Shooter der Left-4-Dead-Macher auf der Videospielemesse angespielt.

Evolve wurde auf der E3 in Vollbesetzung gespielt. Vier Spieler übernehmen die Rolle der Jäger, einer die des Monsters. Sind nicht genügend Spieler vorhanden oder will man lieber nur mit einem Freund zusammen spielen, können Bots die restlichen Rollen übernehmen. Evolve wird nur online gespielt, einen Splitscreen-Modus wird es nicht geben.

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Vier Klassen

Entgegen dem Zombie-Shooter Left 4 Dead gibt es nicht nur vier Charaktere, sondern vier Klassen: Assault, Support, Medic und Trapper. Assault hat mehrere Waffen und das stärkste Gewehr in der Truppe. Support verbessert die Fähigkeiten seiner Mitspieler. Medic ist für das Heilen der Kameraden zuständig und Trapper für das Aufspüren des Monsters.

Für jede Klasse gibt es mehrere Hunter. Derzeit sind zwei Hunter pro Klasse bekannt, im finalen Spiel werden es drei sein. Während die Spezialfähigkeit innerhalb der Klasse gleich ist, unterscheiden sich die Hunter in Feinheiten. Ein Assault hat etwas Minen, der andere Handgranaten. Ein Trapper kann Alarmfallen aufstellen, der andere hat einen Alien-Hund als Begleitung.

Hast du Shooter-Erfahrung?

Auch das Monster ist in drei Varianten verfügbar. Zum bereits bekannten Goliath wurde auf der E3 Kraken vorgestellt. Das schwebende Monster setzt auf Distanzangriffe. Im E3 Hands-on wurde mit den neu angekündigten Klassen gegen den Kraken gespielt. Damit es am Messestrand zu keinen Streits kommt, wer welche Klasse oder das Monster spielt, wurden beim Betreten der Hands-on-Area von 2K Armbänder ausgeteilt, die die zu spielende Klasse aufgedruckt hatten.

Die futurezone wurde als Trapper eingeteilt. „Die wahrscheinlich wichtigste Klasse“, wie ein 2K-Mitarbeiter in der Warteschlange beteuerte. Gefolgt von der Frage: „Du hast doch hoffentlich Coop-Shooter-Erfahrung?“ Genau, bloß keinen Druck aufbauen.

Der neue Hunter der Trapper-Klasse Maggie wird von dem treuen Alien-Hund Daisy begleitet. Daisy nimmt die Witterung auf und läuft dem Monster hinterher. Gefallene Teammitglieder können von Daisy wiederbelegt werden – indem ihnen der Alien-Hund über das Gesicht leckt.

Überdimensionale FPS-Map

Das Spiel startet. Das Level ist im Grunde eine überdimensionale Shooter-Map mit einem großflächigen Areal in der Mitte und mehreren Wegen und Ebenen rundherum. Da ja auch das Monster durch die Gänge und Höhlen passen muss, sind dieser entsprechend riesig. So bekommt man als Hunter das Gefühl unbedeutend sein und wundert sich, welche Gefahren in den großen Höhlen und der fremdartigen Umgebung lauern.

Zum Bestaunen und Erkunden ist aber keine Zeit. Direkt mit dem Start der Runde beginnt ein Wettlauf der Hunter gegen das Monster. Das Monster hat drei Evolutionsstufen. Mit jedem Tier dass das Monster tötet und verspeist, rückt die nächste Evolutionsstufe näher. Die Herausforderung für den Monster-Spieler ist möglichst rasch die höchste Stufe erreichen, in der das Monster am Größten ist und die stärksten Angriffe hat. Gleichzeitig sollte man aber den Huntern ausweichen, da man in der Anfangsphase weniger Chancen gegen die Jäger hat.

Auf der Jagd

Das Ziel der Hunter ist schnell zum Monster zu kommen und es zu besiegen, bevor es die finale Evolutionsstufe erreicht. Dazu muss man es aber erst finden. Die Trapper-Klasse sieht die Fußspuren des Monsters und ist damit an der Spitze der Jagdpartie. Spielt man Maggie, prescht der Alien-Hund Daisy vor. Das hat den Vorteil, dass das Monster auch verfolgt werden kann, wenn sich die Spur verliert. Speziell beim fliegenden Kraken ist die praktisch. Alternativ könnte der Roboter Bucket der Support-Klasse seinen Kopf abkoppeln und diesen als Aufklärungsdrohne nutzen.

Das Monster ist nicht die einzige Bedrohung in den Levels. Die lokale Flora und Fauna ist den Huntern auch nicht freundlich gesinnt. In der angespielten Version haben die meisten Alien-Tiere die Hunter ignoriert und erst angegriffen, wenn diese zu nahe waren oder selbst angegriffen wurden. In den meisten Fällen konnte man einfach an ihnen vorbeilaufen. Das hat den Vorteil, dass man es dem Monster nicht unnötig einfach macht. Lässt man lauter tote Tiere zurück, ist das wie ein Selbstbedienungs-Buffet für das Monster. Die Kadaver bleiben nur eine bestimmte Zeit genießbar und verschwinden. Die Tiere respawnen später, um zu verhindern, dass sich die Hunter am Anfang aufteilen, alle Tiere töten und dem Monster so dauerhaft die Chance auf die Evolution nehmen.

Die Flora ist als Monsternahrung ungeeignet aber durchaus gefährlich für Hunter. Einmal zu nahe an einem unscheinbaren Stein vorbeigelaufen, entpuppte sich dieser als fleischfressende Pflanze. Einen Happs später ist man hilflos gefangen. Zum Glück war ein Teamkamerad zur Stelle, der mit ein paar Schüssen die Pflanze erledigte, bevor diesen ihren Verdauungsprozess abschließen konnte. Zu lange im Pflanzenschlund heißt Game Over – ein Wiederbeleben ist dann nicht möglich.

Die erste Begegnung

Da das Monster gleich schnell wie die Hunter ist und schwebend flotter Abgründe überwinden kann, ist es gar nicht so einfach aufzuholen. Folgt man einfach nur der Spur, muss man drauf hoffen, dass das Monster oft zum Fressen anhält um es einzuholen. Alternativ kann man versuchen die Bewegung des Monster-Spielers vorauszusehen und ihm den Weg abzuschneiden. Dabei hilft das Jetpack, das zur Standardausrüstung jedes Hunters gehört. Die Energie ist aber begrenzt, ein dauerhaftes Fliegen durch die Levels ist nicht möglich. Für das Erreichen einer höher gelegenen Höhle, um zur anderen Seite des Felsen abzukürzen, reicht es.

Alternativ könnte man sich in Zweier-Teams aufteilen um das Monster schneller zu stellen. Fällt ein Hunter aber einem Tier zum Opfer, kostet es Zeit, bis der Medic bei ihm ist um ihn wiederzubeleben. Zudem ist es keine gute Idee das Monster in Unterzahl zu stellen. Greift es aus dem Hinterhalt an und erledigt einen der Hunter schnell, steht der andere ihm plötzlich allein gegenüber – hier hilft meist nur noch die Flucht.

Einfangen

Sucht man den Kampf in voller Teamstärke und hat das Monster gefunden, offenbart sich, warum die Trapper-Klasse so wichtig ist. Mit der Arena-Granate wird eine Kraftfeld-Kuppel aufgebaut, die die Hunter und das Monster nicht verlassen können. Beim Werfen sollte man vorsichtig sein. Ist man zu weit vom Monster entfernt, baut sich die Kuppel hinter diesem auf. Zwar kann das Kraftfeld schnell wieder entfernt werden, allerdings muss sich die Fähigkeit, so wie die Primärfähigkeiten der anderen Klassen auch, erst wieder aufladen, bevor sie erneut einsatzbereit ist. So kann man zwar dem Monster zwar dicht auf den Fersen bleiben während sich die Arena-Granate auflädt, es stoppen und zum Kampf zwingen geht aber nicht.

Da die Kuppel recht groß ist, kann es sogar in der Arena schwer fallen das Monster in die Enge zu treiben. Deshalb hat die Trapper-Klasse noch einen Harpunenwerfer im Arsenal. Damit werden Fallen in den Boden geschossen, die wiederum das Monster mit Harpunen festhalten, wenn es nahe genug dran ist. Dadurch können die Hunter die Distanz zum Monster wählen. Während man den Goliath lieber aus der Entfernung beschießt, versucht man den Kraken im Nahkampf zu bezwingen.

Der Trick beim Kraken ist möglichst nah heranzukommen und ihm die Harpunenfallen direkt vor die Tentakel zu schießen. Da die Harpunen nur kurz halten, sollte man möglichst gleich mehrere rundherum platzieren, damit das Monster in die nächste Falle tappt. Der Harpunenwerfer hat nur eine geringe Munitionskapazität und eine lange Nachladezeit, um das Fallen-Spammen zu verhindern.

In der Rolle bleiben

Ist das Monster mal gefangen, gilt es möglichst schnell viel Schaden anzurichten. Denn ist das Schild des Monsters weg, bleibt der zugefügte Schaden – die Lebensenergie regeneriert sich nicht. In den ersten zwei Evolutionsstufen sind die Kämpfe gegen das Monster noch relativ einfach, vor allem wenn Trapper und Medic ihren Rollen gemäß spielen und nicht versuchen mit ihren schwachen Waffen das Monster im Nahkampf zu besiegen.

Befindet man sich einmal mit dem Monster im Kampf, kann es chaotisch werden. Trotz seiner imposanten Größe kann sich der Kraken schnell bewegen und hat eine hohe Reichweite mit seinen Nahkampfattacken. Zusätzlich hat er Spezialangriffe, mit denen er etwa alle Hunter in der Nähe wegschleudert. Schafft es das Monster einen Hunter in eine Ecke zu schleudern, hat dieser kaum noch Chancen heil davon zu kommen. Tötet das Monster ihn nicht nur sondern frisst ihn auf, kann der Hunter nicht wiederbelebt werden.

Jagd auf die Jäger

Während in den Evolutionsstufen 1 und 2 die Gefahr dafür eher gering ist, solange das Team zusammen bleibt, ist dies in der dritten Stufe eine echte Bedrohung. Hier müssen die Hunter erkennen wann ein Kampf aussichtslos ist und die Flucht ergreifen. Auch dabei hilft der Harpunenwerfer, um das Monster kurzfristig zu fesseln und entkommen zu können.

Ab diesem Moment wendet sich das Blatt. Ist das Monster einmal auf Evolutionsstufe 3 und die Hunter auf der Flucht, werden sie zu den Gejagten. Jetzt gilt es das Monster zu verlangsamen und einen Vorsprung herauszuholen, um zu regenerieren und einen geeigneten Platz für den nächsten Kampf zu finden. Scheitert in dieser Phase die Kommunikation der Hunter ist das Spiel so gut wie verloren.

Sieg für die Hunter

Im Hands-on kam es nicht so weit. Das Monster wurde nicht aus den Augen verloren, in dem der Trapper konstant die Verfolgung auf recht erhielt. Das war allerdings risikoreich, da in einer Phase der Rest des Teams zurückfiel, weil es sich mit ein paar Tieren angelegt hat und der Support der Gruppe wiederbelebt werden musste. Wäre das Monster dem einsamen Trapper aufgelauert, hätte es ihn womöglich ausschalten, fressen und so permanent ausschalten können. Ohne Trapper ist es es für den Rest des Teams deutlich schwieriger das Monster wieder aufzuspüren und nahezu unmöglich es an der Flucht zu hindern.

Die meiste Zeit blieb das Team zusammen und konnte nach einer langen Jagd in einer Reihe von vier Arena-Scharmützeln das Monster in der zweiten Evolutionsstufe besiegen. Der 2K-Mitarbeiter lobte besonders den geschickten Einsatz der Harpunen und erklärte den Trapper zum MVP der Runde. Als „Belohnung“ gab es ein oranges Stirnband mit den Initialen des Spielers – alternativ kann das „GG“ auch als "Good Game" gedeutet werden.

Erster Eindruck

Evolve kann ein ähnlicher Überraschungshit wie das erste Left 4 Dead werden. Das Hands-on machte Lust darauf die anderen Klassen und das Monster auszuprobieren. Die Mischung aus Jagd, Taktik und klassischem First-Person-Shooter ist gelungen. Für Coop-Fans könnte Evolve wohl nur noch scheitern, wenn bis zum Release das Balancing verschlechtert wird oder in der Verkaufsversion nicht genug Inhalt, hauptsächlich in der Form von Maps, zur Verfügung stehen werden. Schade ist, dass zugunsten der Grafikqualität vollständig auf einen Splitscreen-Modus verzichtet wird. So hätte man zumindest zu zweit Jagd auf ein Bot-gesteuerstes Monster machen können.