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16.06.2016

FIFA 17 angespielt: Endlich auch mit Geschichte

EA spendiert erstmals seiner Fußball-Simulation eine Kampagne. Doch auch spielerisch hat sich einiges verändert, wie wir im Hands-On feststellen konnten.

Die FIFA-Serie ist ein wahres Urgestein, die sich in den vergangenen 20 Jahren in ihren Grundzügen kaum verändert hat. Stets stehen einander 22 Spieler auf dem Rasen gegenüber, die entsprechend ihrer Bewertungen gut oder schlecht spielen. Doch dass Fußballspieler nicht immer wie Maschinen funktionieren, weiß jeder. Das haben

nun auch endlich die Entwickler von „ FIFA 17“ erkannt
. Im neuen Modus „The Journey“ wird im Rahmen einer Kampagne die Geschichte eines jungen Talents und dessen erste Schritte in der Premier League erzählt. Dabei zählen künftig nicht nur die Leistung auf dem Fußballplatz, sondern auch die Entscheidungen abseits davon.

Einige Spieler mögen nun ihre Nase rümpfen, doch ich halte das für einen mutigen und notwendigen Schritt. Jahrelang tritt FIFA nun schon auf der Stelle und bietet, abgesehen von neuen Mannschaften und FIFA Ultimate Team, kaum Anreize zum Kauf der neuen Version. Mit der neu entwickelten Kampagne versucht man es nun tatsächlich mit einer neuen Idee.

Reden und Spielen

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Alex Hunter, einem jungen Stürmer, der soeben seine Karriere in der Premier League begonnen hat. Der Spieler kann auswählen, welchem Klub er sich anschließen möchte, muss aber auch entsprechende Leistungen erbringen. Ähnlich wie im „Be a Pro“-Modus bekommt der Spieler eine Note und muss Spiel für Spiel bestimmte Aufgaben erfüllen, um sich zu verbessern. Zudem bleibt es dem Spieler überlassen, ob er die gesamte Mannschaft oder lediglich Alex kontrollieren möchte.

In einer kurzen Demo steuerten wir Alex in seinem ersten Spiel. Zuvor wurde in Zwischensequenzen gezeigt, wie er und sein bester Freund, ebenfalls neu beim Klub, im Umkleideraum ankommen und sich auf das Spiel vorbereiten. Der Spieler kann die Konversation zwischen den beiden durch vorgefertigte Antworten steuern, ähnlich wie in Mass Effect. So verärgern wir beispielsweise Alex Freund mit der Aussage „Schieß ein Tor für mich heute“.

Aber auch im Interview nach dem Spiel haben die Antworten Auswirkungen auf die Handlung. So reduziert das Herunterspielen der eigenen Leistung und das Hervorheben der Mannschaft im Interview die Popularität bei den eigenen Fans. Wie sich die Kampagne weiter entfalten und wie lange diese tatsächlich dauert, verriet EA bislang nicht. Vermutlich dürfte die Dauer auch vom Spieler und seinen Leistungen abhängen.

Frost verleiht Glanz

Die wohl zweite große Neuerung ist der Wechsel der Engine. Statt Ignite kommt nun Frostbite zum Einsatz, das auch für „Battlefield 1“ und „Mirrors Edge Catalyst“ zum Einsatz kommt. Grafisch ermöglicht diese sichtbar mehr Details bei Gesichtern sowie realistischere Animationen. Viele Bewegungen wirken nicht mehr so glatt, als würden sie sich ständig wiederholen, sondern machen einen deutlich natürlicheren Eindruck.

Das hat auch spielerische Auswirkungen, denn sowohl Dribblings als auch Abwehr und Torschüsse haben nun etwas geradezu Unberechenbares. Das zeigte sich vor allem bei den Torschüssen in den Testspielen. Während die Chancen bei den Vorgängern stets ähnlich waren, gab es bei „ FIFA 17“ eine deutlich höhere Vielfalt. EA verspricht zudem deutlich verbessertes Stellungsspiel durch die KI. Das ließ sich beim Anspielen nicht bestätigen, da sich die Verteidigung geradezu kinderleicht überrumpeln ließ - auf „Weltklasse“ befand sich der Schwierigkeitsgrad wohl nicht.
Die neue Vielfalt bei Zweikämpfen scheint aber schnellen Vorstößen entgegenzukommen und könnte dem Spiel nun mehr Tempo verleihen. Ebenfalls positiv fielen die neuen Standards auf, insbesondere die Eckbälle. Bei diesen kann der Spieler mittels einem Punkt nun genau bestimmen, wohin der Fußball geschossen werden soll.

Spannende Fortsetzung

Es mag kein Hallenfußball-Modus sein, doch ich nehme auch die neue Kampagne mit Freude. Auch wenn ich den klassischen Karriere-Modus oder Multiplayer-Spiele genieße, oftmals fehlte mir in „FIFA 16“ die Abwechslung. Und auch die spielerischen und grafischen Verbesserungen machen Lust auf mehr. EAs Fußball-Simulation könnte so dieses Jahr wieder an Konamis "Pro Evolution Soccer" vorbeiziehen.

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