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30.11.2014

LittleBigPlanet 3 im Test: Vier Säcke für ein Halleluja

Im Jump-and-Run LittleBigPlanet 3 wird Sackboy von drei weiteren Helden unterstützt. Will man mit ihnen Abenteuer erleben, ist man auf die Community angewiesen.

Mit LittleBigPlanet 3 feiert die Sackpuppe ihr Next-Gen-Debüt auf der Playstation 4. Zu diesem Anlass hat Sackboy drei Freunde mitgebracht, die sich nicht nur optisch unterscheiden, sondern auch verschiedene Fähigkeiten haben.

Wer jetzt auf neuen, kooperativen Spaß hofft, muss sich dafür an die Community wenden oder selbst Levels basteln. Sony liefert zwar nur einen kurzen Story-Modus, aber dafür umfangreiche Werkzeuge, um eigene Abenteuer zu basteln. Die futurezone hat LittleBigPlanet 3 ( PS4, PS3) auf der PS4 getestet.

Galerie: LittleBigPlanet 3 Bilder

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Sack gegen Glühbirne

Die Geschichte im Story-Modus ist simpel und klassisch. Sackboy muss den Bösewicht Newton (eine Glühbirne mit Eieruhr-Hut) besiegen. Für den finalen Kampf muss er zuerst drei Helden, in drei verschiedenen Gebieten, finden.

Jedes Gebiet hat ein Hub-Level. Von diesem aus werden die Story-Levels und Bonus-Levels betreten. Während man die Eingänge zu den Levels sucht, findet man goldene Schellen (die Währung in LBP3), mit denen Kostüme gekauft werden können – sowohl für Sackboy, als auch die drei neuen Charaktere.

Vier Freunde

Die neuen Charaktere sind Oddsock, Toggle und Swoop. Der Hund Oddsock läuft besonders schnell und kann bestimmte Wände hochrennen und davon abspringen. Toggle kann auf Knopfdruck zwischen einer kleinen, leichten und großen, schweren Form wechseln. So kann er sich etwa schwer machen um Sprungfedern hinunter zu drücken und leicht machen, um sich so in die Höhe zu katapultieren. Swoop ist ein Vogel der fliegen kann.

Um mit den Fähigkeiten der anderen mitzuhalten, kann Sackboy jetzt in den Levels jederzeit Gegenstände einsetzen. Dazu gehören ein Fön mit eingebautem Staubsauger, Raketenstiefel oder ein Teleporter-Ball.

Die Kombination aus Gegenständen und Fähigkeiten eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für kooperatives Spielen. So könnte etwa Swoop den kleinen Toggle in die Lüfte tragen und abwerfen. Toggle macht sich im Flug groß, um die darunter liegende Scheibe zu zerschlagen, damit Oddsock durch die Höhle sprinten und einen Schalter an der Wand betätigen kann. Der Schalter öffnet einen Spalt, durch den Sackboy den Teleporter-Ball werfen kann, um zu einen Knopf zu gelangen, der das Tor zum nächsten Abschnitt des Levels öffnet.

Wenig Teamwork

Allerdings gibt es nur ein einziges Bonus-Level, dass für Vier-Spieler-Coop ausgelegt ist. Auch die Zwei-Spieler-Coop-Level verzichten auf eine Charakter-übergreifende Kooperation. Nicht mal in den Hubs kann beliebig zwischen den Charakteren gewechselt werden. In jedem der drei Hubs steht nur jeweils ein Charakter als Alternative zu Sackboy zur Auswahl.

Obwohl alle Levels zu viert kooperativ gespielt werden können – online und offline – macht das häufig kaum Sinn. Bis auf die wenigen Mini-Rätsel für zwei Spieler, ist es eher Nachteil als Vorteil zusammenzuspielen. Besonders bei den vielen schnellen Levels, in denen man gegen die Zeit, steigende Lava oder Boss-Gegner kämpft, ist das kooperative Spielen oft hinderlich. Zudem zoomt die Kamera oft manchmal weit hinaus, dass man in schnellen Levels Schwierigkeiten hat zu erkennen, welcher der Sackboys oder anderen Charaktere man überhaupt ist.

Lange Ladezeiten

Im Online-Coop kommt es zusätzlich öfters zu Rucklern und Verzögerungen, was nicht nur nervig, sondern bei den schnellen Levels auch fatal sein kann.

Selbst offline wird man öfters zwangspausiert. Ladezeiten von bis zu 32 Sekunden sind keine Seltenheit. Im schlimmsten Fall läuft das so ab: Man startet ein Level und blickt eine halbe Minute gebannt auf den Ladebildschirm. Danach kommt eine Zwischensequenz. Nach der Sequenz wird wieder eine halbe Minute geladen – diesmal das eigentliche Level. Verliert man in dem Boss-Kampf alle Leben, heißt es zurück zum Anfang. Inklusive Ladebildschirm, Zwischensequenz und nochmal Ladebildschirm. Und das für ein Level, das in weniger als fünf Minuten beendet werden kann (wenn man nicht stirbt).

Selber machen

Der Story-Modus von LBP3 ist in fünf bis sechs Stunden erledigt. Die wenigen Bonus-Levels sind auch schnell gemeistert. Die Suche nach fehlenden Gegenständen in den Levels ist weniger motivierend als bei den Vorgänger-Spielen, da eben viele Levels mehr auf Action und weniger auf Erkundung ausgelegt sind.

Mit den „Popit Puzzles“ gibt es einen neuen Modus. Dieser ist im Grunde ein Tutorial zum Erstellen einiger Levels. Hier wird spielend der Umgang mit Materialen und Eigenschaften von bestimmten Elementen beigebracht.

Auch der richtige Kreativmodus zum Erstellen von eigenen Levels ist zugänglicher geworden – solange man nicht den erweiterten Modus aktiviert. Hier steht die volle Palette an Werkzeugen und Gegenständen zu Verfügung. Die Optionsvielfalt, zusammen mit den 16 Tiefenebenen, die bebastelt werden können (im Vorgängerspiel waren es nur drei), kann einschüchternd sein. Das gilt besonders für Spieler, die noch keine Erfahrung mit dem Level Editor von LBP1 und 2 gesammelt haben.

Wer aber schon bereits eigene Levels in den Vorgängerspielen kreiert hat, kann diese konvertieren und in LBP3 spielen. So ist sichergestellt, dass bereits jetzt etliche Levels zur Verfügung stehen. Kommt man gar nicht mit dem Kreativmodus zurecht, hilft die Community aus. Wie bei den früheren Teilen können Levels heruntergeladen und bewertet werden.

Fazit

Aufgrund des geringen „Out of the Box“-Umfangs fällt es schwer, LittleBigPlanet 3 als vollwertiges Spiel zu sehen. Es ist ein Werkzeugkasten, der mit einem Story-Modus aufgefettet wurde. Wer einfach nur mit Sackboy und seinen Freunden Jump-and-Run-Passagen meistern und Physik-Puzzles lösen will, ohne sich um Level-Downloads kümmern zu müssen, könnte von der kurzen Spielzeit enttäuscht werden. Aber für Tüftler und Bastler ist LBP3 eine konsequente Fortsetzung und Erweiterung der kreativen Möglichkeiten.