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04.08.2016

Private Pokemon-Fahrdienste sind illegal

Wer gegen Geld seine Dienste als Fahrer anbietet, um Pokémon zu fangen, riskiert Strafen. Aber nicht jede Mitfahrgelegenheit ist illegal.

"Hallo, liebe Pokémon Freunde ich biete meinen Dienst als Pokémon Go Fahrer an. Das heißt ich fahre mit euch durch die ganze Steiermark um mit euch seltene oder gar legendäre Pokémon zu fangen!", heißt es in einer Anzeige auf der populären Flohmarkt-App Shpock. Insgesamt können bis zu vier Personen mitgenommen werden, der Preis pro Stunde beträgt 35 Euro. Um das Angebot noch attraktiver wirken zu lassen, wird noch ergänzt: "Das Auto besitzt eine Steckdose."

Immer mehr User versuchen mit dem Hype um Pokémon Go auf kreative Art und Weise Geld zu verdienen, verkaufen weit fortgeschrittene Accounts, die alten Gameboy-Spiele, Sammelkarten oder Spielfiguren. Manche gehen dabei allerdings einen Schritt zu weit und überschreiten die Grenze zur Illegalität.

"Als Privatperson gegen Geld seine Dienste als Pokémon-Fahrer anzubieten, ist nicht legal", heißt es von der Arbeiterkammer Wien gegenüber der futurezone. Derartige Anzeigen, wie jene auf Shpock, würden stark nach gewerblicher Beförderung mit Gewinnerzielungsabsicht klingen. "Das dürfen in Österreich nur Unternehmen mit einer entsprechenden Lizenz, also Taxi- und Mietwagenunternehmen."

Mitfahrgelegenheit ist legal

Dennoch dürfen Privatpersonen fremde Personen in ihrem Fahrzeug befördern, um Pokémon zu jagen. "Werden etwa die Kosten der Fahrt geteilt und es besteht auch nicht das Ziel, Gewinne damit zu machen, steht einem gemeinsamen Ausflug nichts im Weg", erklärt die AK Wien. Solche klassischen Mitfahrgelegenheiten sind ganz klar erlaubt.

"Es gab einige Anfragen, die mit mir die Pokémon-Go-Fahrten machen wollten. Da es aber nicht ganz legal ist, habe ich mein Angebot zurückgezogen und die Fahrten abgesagt", sagt der User, der die Pokémon-Go-Fahrten auf Shpock angeboten hat.

Bei Shpock heißt es, dass man nur die Plattform zur Verfügung stellt, über welche sich Käufer und Verkäufer finden. "Bei mehr als zehn Millionen Usern in Österreich, Deutschland und Großbritannien können wir nicht jedes neue Angebot kontrollieren. Werden irgendwelche dubiosen Sachen zum Verkauf angeboten, werden sie in der Regel von anderen Usern gemeldet und wir reagieren dann entsprechend", heißt es von Shpock gegenüber der futurezone. Die Anzeige der Pokémon-Go-Fahrten durch die Steiermark wurde mittlerweile gelöscht.

Pokémon-Taxis

Wie sie ihre Umsätze mit dem populären Spiel auffetten können, haben natürlich auch zahlreiche Beförderungsunternehmen erkannt. Ein Taxi-Unternehmen in der britischen Stadt Manchester bietet eine Pokémon-Go-Flatrate und fährt seine Kunden für 20 Pfund eine Stunde lang zu verschiedenen Pokémon-Locations. Auch in Austin im US-Bundesstaat Texas bewirbt ein Mitfahrdienst seine Services mit dem Spiel.

In New York bringt der "24/7 Pokémon Go Bus" begeisterte Spieler von Pokéstop zu Pokéstop. Der Bus im Pikachu-Style verlangt einen Dollar pro Pokéstop, knapp 25 für eine Arena und 50 für einen Ei-Inkubator.