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Games
12/26/2015

Steam-Chaos: Nutzer werden mit fremdem Konto eingeloggt

Die Spieleplattform Steam versank am Freitag im Chaos: Beim Login wurden die persönlichen Daten von fremden Nutzern angezeigt, unter anderem Zahlungsinformationen.

Die Spieleplattform Steam, die weltweit mehr als 125 Millionen Nutzer zählt, hat am Freitag Nachmittag verrücktgespielt. Zahlreiche Nutzer berichten, dass ihnen nach dem Login die Oberfläche in einer fremden Sprache, beispielsweise Russisch, angezeigt wurde. In den Account-Einstellungen wurde dann schnell klar, warum: Die Nutzer wurden wahllos mit einem fremden Konto eingeloggt. Dabei scheint es sich um keine Einzelfälle zu handeln, auf Reddit und Twitter häuften sich Berichte über derartige Fälle. Steam-Eigentümer Valve reagierte rasch und nahm die Plattform gegen 20:30 Uhr vom Netz.

Valve gibt Entwarnung

Wenige Stunden später kam die Entwarnung, das Problem soll mittlerweile behoben sein. Grund war laut Valve ein „Problem mit dem Caching“, der durch eine Anpassung der Konfiguration entstand. Die bekannte Plattform SteamDB mutmaßte bereits davor, dass falsch konfiguriertes Caching dafür verantwortlich sei. Das Problem war laut Valve „weniger als eine Stunde“ für Nutzer sichtbar. In dieser Zeit konnten Steam-Nutzer aber persönliche Daten wie Namen, Adresse, E-Mail, Telefonnummer sowie Zahlungsdaten einsehen.

Laut Valve habe es - mit Ausnahme des Einsehens der Daten - keinerlei „unerlaubte Zugriffe auf den Konten“ gegeben, weswegen die Nutzer keine Maßnahmen setzen müssten, beispielsweise das Ändern des Passwortes. Dennoch gab es zumindest einen Bericht von einem Reddit-Nutzer, dessen PayPal-Konto angeblich nach dem Steam-Chaos geleert wurde. Zahlreiche Nutzer zweifelten die Geschichte jedoch an, da Steam lediglich zeigt, dass ein PayPal-Konto mit dem Steam-Konto verknüpft ist. Details wie das Login sind darüber nicht abrufbar.

Rätselraten um Hacker

Steam veranstaltet derzeit einen „Winter Sale“, bei dem Spiele stark vergünstigt verkauft werden. Die Plattform hatte daher höheren Zulauf als üblich. An guten Tagen sind bis zu 8,9 Millionen Steam-Nutzer gleichzeitig online. Zahlreiche Nutzer befürchteten, der Vorfall wäre das Werk von Hackern. Erst kürzlich kündigte die Hacker-Gruppierung Phantom Squad an, dass man die Spiele-Netzwerke PlayStation Network und Xbox Live lahmlegen wolle. Bei Microsofts Plattform gelang das auch kurzzeitig.