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17.06.2016

Watch Dogs 2 angespielt: GTA im Silicon Valley

Hacken statt Ballern: "Watch Dogs 2" will viele Fehler des Vorgängers korrigieren und setzt dafür auf ein frei erkundbares San Francisco.

Als „Watch Dogs“ 2012 auf der E3 enthüllt wurde, sorgte die Idee für Begeisterung. GTA mit Hackern: eine simple Idee, die viel Spaß versprach. Doch das Endprodukt konnte mit dem Hype nicht mehr mithalten. Das Hacken war stark eingeschränkt und wiederholte sich rasch, zudem enttäuschte die Geschichte. Dennoch war der neue Ubisoft-Titel ein großer Erfolg und verkaufte sich mehr als zehn Millionen Mal. Nun kommt mit „Watch Dogs 2“ ein Nachfolger, der vieles besser machen will.

Gute Entscheidung: In „Watch Dogs 2“ lässt man das triste Chicago zurück und begibt sich in das deutlich hübschere San Francisco. Bauwerke wie die Golden Gate Bridge, die Transamerica Pyramid und der markante Hafen haben deutlich mehr Wiedererkennungswert als die langweiligen Hochhäuser und Vororte des Vorgängers. Zudem wurde die Spielwelt deutlich vergrößert. Laut Ubisoft ist die Fläche doppelt so groß wie jene von „Watch Dogs“ und umfasst neben San Francisco auch das Silicon Valley und Oakland. In der angespielten PlayStation-4-Version machte zudem die Grafik einen hervorragenden Eindruck, insbesondere die Animationen wirken deutlich flüssiger.

Mächtiges Hacken

Während im Vorgänger Hacken noch auf wenige Bereiche beschränkt war, gibt es in „Watch Dogs 2“ nun eine wahre Flut an Möglichkeiten. Die meisten hackbaren Objekte, beispielsweise Autos, Geldautomaten, Kameras oder Klimaanlagen, bieten bis zu vier verschiedene Funktionen an, die aus der Ferne ausgeführt werden können. So kann eine Klimaanlage am Dach aktiviert werden, um eine Wache anzulocken und diese per Elektroschock oder Explosion auszuschalten.

Auch Autos können nun ferngesteuert und so beispielsweise herbeigerufen oder als Waffe eingesetzt werden. In Kombination mit Sprengstoff kann ein Auto so zu einer fahrenden Bombe umfunktioniert werden. Soll es einmal schnell gehen, kann auch ein „Quick Hack“ durchgeführt werden. Dabei werden simple Funktionen auf Knopfdruck durchgeführt, beispielsweise die Headsets von Gegnern gestört und diese kurz handlungsunfähig gemacht oder ein fremdes Auto auf Vollgas beschleunigt.

Zu viel des Guten

Im kurzen Hands-On waren die Möglichkeiten dermaßen zahlreich, dass man hin und wieder den Überblick verlor. Daran ändern auch die beiden neuen Hilfsmittel, ein Quadcopter sowie ein kleiner Roboter, nichts. Während der Quadcopter eher zum Auskundschaften gedacht ist, kann der Roboter auch Gegenstände manipulieren, beispielsweise Terminals hacken, um Daten zu stehlen. Dabei muss man jedoch vorsichtig sein, denn der nicht gerade unscheinbare Roboter kann leicht von Gegnern ausgemacht und zerstört werden.

Obwohl bereit „Watch Dogs“ eine offene Spielwelt bot, lud sie nie wirklich zum Erkunden ein. Das will „Watch Dogs 2“ offenbar ändern und versteckt die Aufgaben in der ganzen Stadt. Über einen speziellen Modus, der hackbare und wichtige Personen und Gegenstände hervorhebt, lassen diese sich dann entdecken. Zudem gibt es nun Shops, in denen der Spieler sein Aussehen anpassen kann - seien es nun Crocs oder Sneaker als Schuhe bis hin zu Spießer-Polos. Dabei hängt die Auswahl vom Bezirk ab, in dem man sich gerade befindet.

Hoffen auf gute Geschichte

Spielerisch wusste „Watch Dogs 2“ im kurzen Hands-On voll zu überzeugen. Trotz der zu Beginn verwirrenden Steuerung zeigte sich rasch, dass Ubisoft an den Kritikpunkten des Vorgängers angesetzt hat.

Nun bleibt wohl nur mehr ein großes Fragezeichen offen: Die Story. Diese soll sich laut Ubisoft um die Hacker-Gruppierung Dedsec drehen, der die Hauptfigur Marcus angehört. Marcus wird eines Verbrechens beschuldigt, das er nicht begangen hat, und muss seine Unschuld beweisen. Klingt auch nach Klischee, aber vielleicht gelingt Ubisoft ja dieses Mal eine spannende Geschichte.

Alle wichtigen News rund um die E3 findet ihr in unserem E3-Special.

Disclaimer: Die Pressereise zur E3 wird von Xbox Österreich bezahlt.