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E3 Xbox One: Wieso Microsoft drei Spielkonsolen braucht.

Foto: Michael Leitner
Xbox One, Xbox One S und "Project Scorpio": Ein Xbox-Manager erklärt, warum es so viele Konsolen braucht. Zudem könnte Kinect bald keine Rolle mehr spielen.

Die Xbox One hat seit kurzem zwei Geschwister: die Xbox One S und einen noch namenlosen High-End-Ableger, der bislang nur als „Project Scorpio“ bekannt ist. Doch wozu kündigt Microsoft zwei neue Spielkonsolen an, wo doch die Xbox One kaum drei Jahre auf dem Markt ist? Wir haben uns im Rahmen der E3 auf Spurensuche begeben und dazu unter anderem mit Dave McCarthy, Head of Xbox Operations, gesprochen.

Kein Druck auf Xbox-One-Besitzer

Aus der Sicht von bestehenden Xbox-One-Besitzern dürfte die E3-Pressekonferenz am Montag durchaus Verwirrung gestiftet haben. Üblicherweise kann man bei (erfolgreichen) Spielkonsolen von einem Lebenszyklus von zehn Jahren ausgehen, ein Nachfolger wird üblicherweise frühestens nach fünf Jahren angekündigt. Nun mag die Xbox One nicht jene Erfolge gefeiert haben, die sich Microsoft erhofft hat, doch von einem Fehlschlag ist man weit entfernt. Dennoch zwingt der Trend der Branche zu 4K- und Virtual-Reality-Inhalten Microsoft zum Handeln.

Xbox One S
Foto: Michael Leitner
Während die Xbox One S zahlreiche Kinderkrankheiten beseitigt und 4K-Videowiedergabe nachrüstet, soll „Project Scorpio“ ausreichend Rechenleistung für 4K- und Virtual-Reality-Spiele bieten. Die neuen Spielkonsolen sollen aber dennoch keinen Druck auf bestehende Besitzer einer Xbox One ausüben, wie McCarthy betont. „Es geht nicht darum, ob wir sagen, dass diese Nutzer umsteigen sollen, sondern dass sie es können, wenn sie wollen.“ Der Xbox-Manager sieht die Xbox One S, die im August erscheint, und die für Ende 2017 geplante „Project Scorpio“ als Ergänzung des Portfolios.

Rätselraten um VR-Headset

„Wir wollen unseren Kunden Innovationen zum richtigen Zeitpunkt bieten, wie beispielsweise mit der Xbox One S und HDR-Gaming.“ Zum Start sollen mehrere Titel HDR unterstützen, unter anderem die Exklusivtitel „Gears of War 4“ und „Scalebound“. Dazu hat man der Xbox One S, die im Vergleich zur Original-Xbox-One um 40 Prozent geschrumpft wurde, auch etwas mehr Rechenleistung spendiert. Bei „Project Scorpio“ spricht man hingegen von „echten 4K-Spieleerfahrungen“ und „Hi-Fi-Virtual-Reality“.

Xbox One S
Foto: Michael Leitner
„Das war ungewöhnlich für uns, dass wir dermaßen früh einen Einblick in unsere Pläne geben, aber wir glauben daran, dass wir die Grenzen des Machbaren erweitern müssen“, so McCarthy. Tatsächlich dürfte aber wohl auch das Bekanntwerden von Sonys Plänen für eine leistungsfähigere PlayStation die Präsentation von „Project Scorpio“ beschleunigt haben. Das zeigt auch das bisherige Ausmaß der Ankündigungen. Obwohl man betont, dass man nun „Project Scorpio“ für die Entwickler öffentlich gemacht habe, fehlt eine wichtige Information: Für welches Virtual-Reality-Headset sollen diese denn künftig entwickeln?

VR nur „ein Aspekt von vielen“

Auf Nachfrage bei Microsoft heißt es dazu lediglich: „Wir haben derzeit keine Ankündigungen dazu geplant.“ McCarthy zeigt sich gelassen und meint, nicht Virtual Reality, sondern hochauflösende Spiele seien der Grund für die „Vorwarnung“ an Entwickler: „Wir wollen unsere Entwickler vor allem auf 4K-Inhalte für Konsolen vorbereiten. Wir arbeiten bereits mit vielen Entwicklern, die 4K-Spiele für den PC entwickeln, aber noch nicht für Konsolen.“

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Foto: Gregor Gruber
Den Druck von Sony, das bis zum Ende des Jahres 50 Spiele auf seine PlayStation VR bringen will, spürt man offenbar noch nicht - oder gibt das zumindest noch nicht zu. „VR ist nur ein Aspekt von vielen, der von Gamern derzeit verlangt wird“, so McCarthy. 

Leichtes Portieren

Obwohl Microsoft versprach, dass die Xbox One auch zukünftig alle Spiele wiedergeben können wird, wurden dennoch Zweifel von Spielern und Entwicklern laut. Wie wolle man ermöglichen, dass die Studios ihr Spiel für drei verschiedene Geräte eines Herstellers optimieren? 

„Unsere Aufgabe als Plattform-Anbieter ist es, dafür zu sorgen, dass Spiele auf allen Plattformen gleich entwickelt werden können. Das spiegelt sich auch darin wider, wie wir Xbox One S und Project Scorpio entwickelt haben“, meint McCarthy. “Zudem gibt es bereits viele Entwickler, die 4K-Spiele für den PC entwickeln, daher wird das für sie eine bekannte Erfahrung darstellen.“

Das Aus für Kinect

Ein kleines, vermeintlich unwichtiges Detail an der Xbox One S sorgt allerdings für Spekulationen. So fehlt jener Anschluss, mit dem die Gestensteuerung Kinect angesteckt wird. Auf Nachfrage war dem Xbox-Manager nicht zu entlocken, welche Rolle Kinect künftig spielen wird. „Die Kinect wird bereits sehr gut bei Twitch-Streams, Skype-Telefonaten und künftig für Cortana, die als intelligenter Gaming-Assistent auf der Xbox bereit steht, eingesetzt“, so McCarthy.

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Foto: Stephen Brashear, Invision for Microsoft, ap
„Jenen, die Kinect mit ihrer Xbox One S verwenden wollen, stellen wir kostenlos einen Adapter zur Verfügung. Das ist Teil unseres Versprechens, dass das Zubehör weiterhin unterstützt wird.“ Das treffe auch auf „Project Scorpio“ zu - ob diese allerdings mit einer Kinect ausgeliefert wird, verriet er nicht. Cortana könnte auch das beste Indiz dafür sein, dass Microsoft nicht mehr wirklich mit Kinect plant. Ursprünglich hätte Microsofts Sprachassistentin bereits im Vorjahr auf der Xbox One landen sollen, sie wurde aber kurzfristig verschoben - offenbar um sicherzugehen, dass sie auch mit Headsets kompatibel ist.

 

Alle wichtigen News rund um die E3 findet ihr in unserem E3-Special.

Disclaimer: Die Pressereise zur E3 wird von Xbox Österreich bezahlt.

(futurezone) Erstellt am 20.06.2016, 06:00

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