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Mobile Gesellschaft
01/28/2011

2011 wird Entscheidungsjahr für Mobilfunker

Die rasante Entwicklung in der mobilen Kommunikation wird sich weiter fortsetzen. Darüber ist sich die heimische Mobilfunkbranche einig. Am Donnerstagabend diskutierten deren Vertreter im Rahmen des Forum Mobilkommunikation (FMK) über Rahmenbedingungen und Nutzungsmöglichkeiten für Mobilfunk der vierten Generation.

von Claudia Zettel

"2020 wird jedes Auto eine SIM-Karte eingebaut haben", glaubt Hannes Ametsreiter, Generaldirektor der A1 Telekom Austria. Insgesamt sollen bis dahin weltweit rund 50 Milliarden SIM-Karten in Umlauf sein. Die Datenexplosion der vergangenen Jahre wird sich auch in Zukunft weiter fortsetzen, davon ist nicht nur Ametsreiter überzeugt, auch die anderen Diskutanten des Abends gingen von einer rasanten Weiterentwicklung aus. "Die Anzahl von Geräten, die wir nutzen, steigt. Wir haben immer mehr Devices parallel in Gebrauch. Dieser Umstand wird auch die Entwicklung der Netze in Zukunft vorantreiben", so Jan Trionow, CEO bei Hutchison 3G Austria.

Der Netzausbau und die Investitionen in die vierte Mobilfunk-Generation (LTE) werden in diesem und den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen. Dazu bedarf es laut den Mobilfunkern allerdings entsprechender Rahmenbedingungen seitens Politik und Regulierern. "Wenn diese Rahmen geschaffen werden, dann wird es auch künftig Investitionen geben und Österreich weiter eine Vorreiterstellung einnehmen", so Rüdiger Köster, CTO bei T-Mobile und neuer Präsident des FMK.

Orange-Chef Michael Krammer forderte im Rahmen der Diskussion die Festlegung eindeutiger Grenzwerte für den LTE-Ausbau. Derzeit könne jede Gemeinde ihre eigenen "Regeln aufstellen" und den Ausbau behindern. "Außerdem sollten die Lizenzen nicht wie bisher versteigert, sondern wie in anderen Bereichen üblich vergeben werden", so Krammer.

Streitfrage Fördermittel
August Reschreiter, Kabinettchef der Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, stellte der Branche für 2011 zumindest 100 Millionen Euro an Förderungen für IKT-Anwendungen in Aussicht. Die Politik ist sich allerdings uneins darüber, ob die Mobilfunkbranche überhaupt Fördermittel benötigt.

Karin Hakl, Sprecherin für Innovation und Telekommunikation der ÖVP, übt Kritik an den Förderungen und hält sie für gar nicht notwendig. "Viel wichtiger ist es, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Branche auch in Zukunft gut wirtschaften kann", so Hakls Haltung. Die ÖVP-Abgeordnete ist fest davon überzeugt, dass noch in diesem Jahr die wesentlichen Entscheidungen darüber getroffen werden, wie es bis 2020 weitergeht. "Die Herausforderung für die Politik ist es, jetzt die europäischen Vorgaben in die österreichischen Gesetze einzuarbeiten."

Gefährlicher Preisverfall?
Die Aufsichtsbehörde RTR hat in den vergangen Jahren dafür gesorgt, dass sich in der Branche ein starker Wettbewerb entwickelte - zum Vorteil der Kunden. Mit der steigenden Zahl von Anbietern gingen die Tarifkosten deutlich nach unten. Für diesen Wettbewerb will die RTR auch künftig weiter kämpfen, wie Geschäftsführer Georg Serentschy betonte. Nicht alle Vertreter der Branche sind glücklich mit der Entwicklung. Der harte Preiskampf habe dazu geführt, dass "Mobilfunk heute nichts mehr wert ist", kritisierte Orange-Chef Krammer und zeigte sich besorgt. So könne es in Zukunft nicht weitergehen. "Es muss stabile Preise geben."

Serentschy gab außerdem zu bedenken, dass die Branche künftig mit neuer Konkurrenz zu rechnen habe. "Internetplayer wie Google oder Apple werden eine Rolle spielen und sich mehr und mehr in den Markt einmischen." Daher seien künftig auch neue Geschäftsmodelle zu überlegen.

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(Claudia Zettel)

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