CORONA: START DER IMPFUNGEN IN DEN WIENER COVID-STATIONEN

© APA/GEORG HOCHMUTH / GEORG HOCHMUTH

Netzpolitik

7 Fragen und Antworten zum e-Impfpass

Die Corona-Pandemie hat ein IT-Projekt, über das man erstmals im Jahr 2006 diskutiert hatte, nun blitzschnell zur Umsetzung gebracht. Seit 2018 wird daran gearbeitet, vergangenes Jahr startete die Pilotphase in Wien, Niederösterreich und der Steiermark. Nun soll der e-Impfpass den derzeitigen Papier-Impfpass bis Ende März flächendeckend ersetzen. Basis dafür ist ein zentrales, nationales Impfregister, in dem alle Impfdaten gespeichert werden. Die futurezone hat die wichtigsten Infos für euch zusammengefasst und dazu mit Franz Leisch, Geschäftsführer der ELGA GmbH, gesprochen.

Was kann der e-Impfpass?
Wie beim klassischen Impfpass auf Papier werden im e-Impfpass zukünftig alle Impfungen aufgezeichnet, die eine Person erhalten hat. Das gilt auch für die Corona-Impfung, die aus zwei Teilimpfungen besteht. In der ersten Stufe werden Personen ihre Impfungen im ELGA-Portal aufrufen, abspeichern und ausdrucken können. Für die zweite Jahreshälfte 2021 ist auch eine eigene App geplant. Vorgesehen ist langfristig auch eine Erinnerungsfunktion.

Was ist das zentrale Impfregister?
Bisher hat jedes Bundesland eine eigene Impfdatenbank betrieben und die Daten waren nicht einheitlich. Deshalb wurde ein nationales Impfregister geschaffen, in dem alle Impfungen erfasst werden sollen. In diesem zentralen Impfregister wird gespeichert, wer an welchem Tag von wem mit welchem Impfstoff geimpft worden ist. Die lokalen Datenbanken der Bundesländer bleiben bestehen, aber die Daten werden mit dem Impfregister synchronisiert.

Warum braucht man das?
Digitale Daten sind für das öffentliche Gesundheitswesen wichtig. Gerade wenn es um den Ausbruch von bestimmten Krankheiten geht, ist es wichtig zu wissen, wie viele Personen dagegen geimpft sind. Nichts zeigt dies deutlicher als die aktuelle Corona-Pandemie. Entscheidungen sollen künftig auf einer verlässlichen Datenbasis getroffen werden können.

Warum gibt es kein Opt-Out?
Weil es der Gesetzgeber so festgelegt hat. Der Hintergedanke ist der, dass es aus epidemiologischer Sicht Sinn macht, dass die Daten vollständig sind und man die Durchimpfungsrate berechnen kann.

Female patient with face mask looking at her arm while getting flu shot

Was bedeutet das für die Corona-Impfung?
Bis Ende März soll der e-Impfpass soweit sein, dass alle Corona-Impfungen flächendeckend im zentralen Impfregister erfasst sein werden und auch als Grundlage dienen können, um die Durchimpfungsrate der Bevölkerung zu berechnen. Derzeit ist man dabei, die Daten der ersten Impfungen aus dem Dezember 2020 nachzutragen.

Wie kommen die Daten in das System?
Die impfenden Ärztinnen und Ärzte bekommen verschiedene technische Möglichkeiten, die Daten ins Impfregister einzutragen. Die Daten werden dabei nicht über das normale Internet übertragen, sondern über ein sicheres Gesundheitsnetz. Niedergelassene Ärzte können die Impfdaten etwa über das e-card-System eintragen. Zudem gibt es eine mobile Lösung mit Tablets sowie eine Zugangsmöglichkeit für Einrichtungen wie Spitäler, die bereits mit ELGA arbeiten. Die flächendeckende Anbindung aller Akteure mit ganz unterschiedlichem digitalen Ausstattungsgrad, ist derzeit die größte Herausforderung.

Werden die Daten auch auf der e-card gespeichert?
Nein, die Daten sind im zentralen Impfregister gespeichert. Die Impfdaten können von den Bürgern derzeit über das ELGA-Portal abgerufen werden und in weiterer Folge über eine App. Die e-Card braucht man nur, um sich bei der Impfung identifizieren zu können.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Barbara Wimmer

shroombab

Preisgekrönte Journalistin, Autorin und Speakerin. Seit November 2010 bei der Kurier-Futurezone. Schreibt und spricht über Netzpolitik, Datenschutz, Algorithmen, Künstliche Intelligenz, Social Media, Digitales und alles, was (vermeintlich) smart ist.

mehr lesen Barbara Wimmer

Kommentare