Netzpolitik
09.10.2018

Apple bestreitet China-Spionage auch vor Kongress

Die angeblichen Spionage-Chips seien nie gefunden worden. Bloomberg steht aber weiter hinter seinem Bericht.

Apple hat den Bericht über angeblich vom Konzern entdeckte Spionage-Chips aus China in einem Brief an den US-Kongress noch einmal mit Nachdruck zurückgewiesen. Es sind nie derartige Bauteile, Hardware-Manipulationen oder absichtlich platzierte Schwachstellen in irgendeinem Server gefunden worden. Auch habe man nie das FBI wegen solcher Sicherheitsbedenken kontaktiert oder sei von der Bundespolizei wegen entsprechender Ermittlungen angesprochen worden, heißt es.

Angeblich auch Amazon und Facebook betroffen

Der Finanzdienst Bloomberg hatte berichtet, dass chinesische Hacker entsprechende Computerchips direkt in die Elektronik von Servern einer amerikanischen Firma eingebaut hätten, deren Rechner in großen US-Konzernen sowie Behörden genutzt werden. Sie erlaubten es Angreifern, die Kontrolle über die Server zu übernehmen und Informationen abzuzapfen, hieß es unter Berufung auf anonyme Quellen. Neben Apple sollen auch bis zu 30 andere Unternehmen betroffen sein, unter anderem Facebook und Amazon, doch auch der Online-Händler hat die Berichte ungewöhnlich scharf dementiert.

Dem Bericht zufolge laufen bereits seit drei Jahren geheime Ermittlungen der US-Behörden im Zusammenhang mit den Spionage-Chips. Die Ermittler hätten herausgefunden, dass sie in Fabriken in China in die Elektronik der Server der Firma Super Micro eingeschleust worden seien und vermuteten chinesische Militärhacker dahinter. Apple stellt nun aber klar, man hätte in ausgehenden Datenverbindungen von Servern nie irgendwelche verdächtigen Übertragungen festgestellt. Bloomberg hatte nach den ersten Dementis vergangene Woche aber erklärt, man stehe weiterhin hinter dem Bericht.