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Indien
01/09/2012

Apple, RIM und Nokia unter Spionageverdacht

Den Handyherstellern wird vorgeworfen, in ihren Geräten angeblich eine Hintertür für den indischen Geheimdienst eingebaut zu haben. Das soll aus mehreren Memos hervorgehen, die nun von einer Hackergruppe veröffentlicht wurden.

Eine Hackergruppierung, die sich selbst als "Lords of Dharamraja" bezeichnet, veröffentlichte vor kurzem ein als geheim klassifiziertes Memo, das Verbindungen zwischen dem indischen Geheimdienst und den Mobiltelefonherstellern RIM, Apple und Nokia vermuten lässt. So sollen die drei Unternehmen, in den Dokumenten als RINOA SUR bezeichnet, dem Geheimdienst Hintertüren für die einfache Überwachung der Kommunikation offen gelassen haben. Den "Lords of Dharamraja" zufolge hätten sie bei ihrer Recherche mindestens ein Dutzend Software-Unternehmen entdeckt, die ähnliche Abkommen mit der indischen Regierung getroffen hätten.

Verschlüsselte Blackberrys
Das RINOA SUR-Abkommen wurde unter anderem ausgenutzt um die USCC zu überwachen. Die USCC ist eine amerikanische Kommission, die die Einhaltung des Handelsabkommens zwischen China und den USA überwachen soll. Die geleakten Dokumente enthalten Auszüge aus den überwachten E-Mails der USCC, die nahelegen, dass die Aktion - aus Sicht des indischen Geheimdienstes - ein Erfolg war. Im Gegenzug für die Hintertür erhielten Apple, RIM und Nokia Zugang zum indischen Markt. Obwohl die indische Regierung erst vor kurzem ihrem Geheimdienst RAW volle Handlungsfreiheiten bei der Überwachung gab, so gab es bisher noch Probleme mit Mobilfunkgeräten, die ihre Verbindungen verschlüsseln - wie zum Beispiel RIMs Blackberry.

Sicherheitssoftware als Schlupfloch
Der Hack soll über veraltete Software des Softwareherstellers Symantec erfolgt sein. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass unbekannte Hacker an den Quellcode der Norton-Software von Symantec gekommen sein sollen, allerdings sei die Software Symantec zufolge bereits vier Jahre alt und offiziell nicht mehr verfügbar. Dennoch war sie anscheinend bei den indischen Behörden noch im Einsatz und öffneten so den Angreifern Tür und Tor.

Unbeliebtes RIM
Derartige Hintertüren sind in der Technologiebranche nicht ungewöhnlich. So fiel Microsoft bereits 1999 durch die Entdeckung des "NSAKEY" in Windows NT negativ auf, wobei Microsoft stets dementierte, dass die NSA dadurch Zugriff auf fremde Daten erhalten könne. Besonders RIM, das durch seine verschlüsselten Dienste besonders bei Geschäftsleuten beliebt ist, geriet immer wieder unter Kritik. Durch die Verschlüsselung wurde es den Geheimdiensten zusätzlich erschwert, E-Mails und Telefonate abzuhören und so wurden einige Blackberry-Funktionen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi Arabien bereits geblockt. Auch in Indonesien denkt man über eine Sperre der Blackberry-Dienste nach, allerdings aus Sicherheitsgründen. Nun muss RIM ein Datenzentrum in Indonesien bauen, um das Risiko für mögliche Datendiebstähle zu minimieren.

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