Netzpolitik
16.08.2015

AT&T spionierte Milliarden von E-Mails aus

Der US-Telekomgigant AT&T war der beste Helfer der NSA und verhalf dem Geheimdienst zur "Live-Präsenz im globalen Netz". Auch beim Ausspähen der UNO ging man zur Hand.

Das geht aus Dokumenten hervor, die der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden zur Verfügung gestellt hat und über die die „New York Times“ und ProPublica berichteten.

„Extrem hilfsbereit“

Demnach stufte der Geheimdienst die Zusammenarbeit mit AT&T bei der Überwachung des Internets als „besonders produktiv“ ein. Das Unternehmen sei „höchst kooperativ“ und „extrem hilfsbereit“ gewesen, zitierte das Blatt am Samstag online aus den Dokumenten, die aus den Jahren 2003 bis 2013 stammten.

Demnach gab AT&T der NSA mit Hilfe verschiedener gesetzlich gedeckter Methoden Zugang zu Milliarden von E-Mails. Die Gesellschaft habe „binnen weniger Tage“ nach Beginn des Programmes zur Überwachung ohne richterliche Vollmacht im Oktober 2001 damit angefangen, Unterlagen an die NSA weiterzuleiten.

„Live-Präsenz im globalen Netz“

Im September 2003 sei sie der erste „Partner“ gewesen, der eine neue Technik zur Datensammlung freigeschaltet habe, durch die der NSA zufolge eine „Live-Präsenz im globalen Netz“ möglich geworden sei. In einem der ersten Monate der Operation seien der NSA 400 Milliarden Internet-Metadatenunterlagen zugeleitet worden.

AT&T hat der Zeitung zufolge auch technische Hilfe bei der Ausführung eines geheimen richterlichen Beschlusses geleistet, mit dem das Abhören aller Internet-Kommunikationen im New Yorker UN-Hauptquartier genehmigt worden sei.