Netzpolitik
29.11.2017

Autodaten: ÖAMTC fordert Wahlfreiheit für Konsumenten

Über 90 Prozent der ÖAMTC-Mitglieder wollen selbst entscheiden, welche Daten im Auto sie den Herstellern zur Verfügung stellen. Diese sehen die Datenhoheit bei sich selbst.

„Der ÖAMTC sieht schon seit einiger Zeit die Tendenz, dass Kfz-Hersteller den fairen und gleichberechtigten Zugang zu den Daten aus dem Auto verhindern wollen“, warnt der Autofahrerclub vor einem drohenden Datenmonopol der Autobauer. Der ÖAMTC-Chef Oliver Schmerold hatte der futurezone in einem Interview erzählt, wie das Geschäft mit den Daten für die Autohersteller lukrativ werden könnte. Der Club fordert, dass die Autobesitzer selbst entscheiden können, wem sie welche Daten zur Verfügung stellen.

Dafür hätten sich in einer Umfrage unter ÖAMTC-Mitglieder 94 Prozent der Befragten ausgesprochen, sagte der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, Bernhard Wiesinger, am Mittwoch laut Aussendung. Bereits heute hätten die Hersteller exklusiven Zugriff über Onboard-Diagnose-Stecker, künftig werde es dabei vor allem um Daten gehen, die per SIM-Karten übertragen werden. Welche Daten vom Hersteller ausgelesen werden, wurde bereits mehrfach erhoben. Manche Autohersteller übertragen alle gesammelten Daten in einem zwei-Minuten-Intervall automatisch und in Echtzeit an den Hersteller.

Wahlfreiheit für Konsumenten

„Daher ersuchen wir Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ), sich für die Wahlfreiheit der Konsumenten einzusetzen“, sagte Wiesinger. Es sei auch sicherzustellen, dass nach Zustimmung des Fahrzeuglenkers freie Werkstätten, Pannendienste und andere Dienstleister diskriminierungsfreien Zugriff auf die für sie notwendigen Daten haben - und dass dieser Zugriff nicht von den Kfz-Herstellern überwacht wird."

Auf europäischer Ebene laufen derzeit Verhandlungen zur Typengenehmigungsrichtlinie für Pkw. “Das Europäische Parlament unterstützt unsere Sichtweise und hat das auch in den bisherigen Verhandlungen deutlich gemacht", erklärte Wiesinger.