Netzpolitik
19.01.2015

Britische Journalisten protestierten gegen Überwachung

Führende Vertreter der britischen Presse fordern mehr Schutz vor der Überwachung durch Geheimdienste.

Mehr als 100 führende Vertreter der britischen Presse haben mehr Schutz vor der Überwachung durch Geheimdienste gefordert. "Informanten aus dem staatlichen Sektor werden sich künftig nicht an Journalisten wenden, wenn die Vollzugsbehörden die Macht haben, nach Belieben Telefondaten von Journalisten einzusehen", heißt es in einem offenen Brief des Medien-Magazins Press Gazette am Montag.

Es geht um die Auslegung eines Gesetzes, das den Zugriff der Behörden auf Daten regelt. Nach Ansicht der Medienvertreter muss eine neue Richtlinie ausdrücklich die Telefondaten von Journalisten schützen, solange sie nicht selbst unter Verdacht stehen, ein Verbrechen begangen zu haben.

Der "Guardian" war am Montag dem britischen Geheimdienst GCHQ vor, E-Mails unter anderem von Journalisten des "Guardian", der BBC, der "New York Times" und der "Washington Post" abgefangen und gespeichert zu haben. Demnach haben die Agenten im November 2008 innerhalb von zehn Minuten mehr als 70.000 E-Mails gesammelt. Investigativ arbeitende Journalisten seien auf einer Liste als Bedrohung außer Terroristen und Hackern genannt worden. Die Zeitung berief sich auf Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.