Netzpolitik 05.07.2016

Bulgarien verabschiedet "Open Source"-Gesetz

© Bild: Rice University

Ein neues Gesetz in Bulgarien legt fest, dass Software, die im Auftrag der Regierung geschrieben wird, unter einer freien Lizenz zur Verfügung gestellt werden muss.

Der bulgarische Electronic governance act verpflichtet Software-Firmen, die im Auftrag der Regierung Programme schreiben, diese unter einen Open-Source-Lizenz zu veröffentlichen. Die Software würde schließlich von den Steuerzahlern bezahlt und soll von ihnen auch eingesehen und genutzt werden können, schreibt der bulgarische Software-Entwickler Bozhidar Bozhanov, der die Regierung bei dem Gesetz beriet, in einem Posting auf Medium.

Das Gesetz bedeute nicht, dass das ganze Land nun auf Linux oder Libre Office umsteige, schreibt Bozhanov weiter. Lizenzen für bestehende Lösungen könnten weiterhin erworben werden. Das Gesetz werde aber die Sicherheit von Regierungsanwendungen erhöhen.

In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Sicherheitslücken bei Behörden-Websites gefunden worden, die nicht geschlossen wurden, weil die Verträge mit den Softwareanbietern bereits ausgelaufen waren. Mit Open-Source-Programmen könne dieses Problem bewältigt werden. Das Gesetz sei ein wichtiger Schritt für bessere Behörden-Software, schreibt Bozhidar. Er hoffe, dass auch andere Länder dem Beispiel Bulgariens folgen werden.

( futurezone ) Erstellt am 05.07.2016