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Netzpolitik
07/10/2020

Bundeskanzleramt kauft 14 Nokia Billig-Handys

Warum die Feature-Phones in der Corona-Krise angeschafft wurden, löst zahlreiche Spekulationen aus.

Der NEOS-Mandatar Felix Eypeltauer hat am 7. Mai eine parlamentarische Anfrage an Bundeskanzler Sebastian Kurz eingebracht. Eypeltauer wollte wissen, wofür das Bundeskanzleramt in der Corona-Krise Geld ausgegeben hat und er wollte sich über die Beschaffungs- und Vergabevorgänge im Zusammenhang mit der Corona-Krise informieren.

Nun ist die Anfragebeantwortung des Bundeskanzlers im Nationalrat eingelangt. Aus einer beigefügten Tabelle geht hervor, dass das Bundeskanzleramt in der Corona-Krise unter anderem 14 Nokia 130 Feature-Phones sowie 290 Notebooks und 43 iPhones gekauft hat.

Anschaffung nährt Spekulationen

Die Nokia-Handys wurden in 2 Bestellungen angeschafft. Durchschnittlich wurden so 29,57 Euro pro Stück bezahlt. Warum das Bundeskanzleramt die nicht-internetfähigen Nokia-Handys gekauft hat, geht aus der Anfragebeantwortung durch Bundeskanzler Kurz nicht hervor. Und genau das lädt die Nutzer in sozialen Medien ein, über den Grund des Einkaufs zu spekulieren.

Möglicherweise spielt man im Bundeskanzleramt gerne Snake, schreibt etwa ein Twitter-User. Andere vermuten scherzhaft, dass es sich dabei um Handys für das Homeoffice handeln könnte.

Ein Nutzer weist darauf hin, dass man auf den Nokia-Handys kein "Clash of Clans" spielen kann, was der Staatskasse zu Gute käme. Der frühere Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat ja angeblich 3.000 Euro für das Mobile-Game ausgegeben.

Wohl inspiriert durch zahlreiche Filme, merken einige Twitter-User an, dass sich die Nokia-Handys bestens als so genannte Burner-Phones eignen, die man nach einem geheimen Telefonat oder einer SMS zerstört.

290 Notebooks gekauft

Aus der Anfragebeantwortung geht auch hervor, dass das Bundeskanzleramt in der Corona-Krise 290 Laptops im Wert von 261.709 Euro gekauft hat. Hier ist ebenso unklar, zu welchen Zweck konkret die Geräte angeschafft wurden. Naheliegend wäre, dass die Geräte im Homeoffice von Mitarbeitern zum Einsatz kommen.

Auch in Bezug auf den Notebook-Einkauf sparen Twitter-Nutzer nicht mit scharfen Kommentaren: "290 Notebooks? Und in 1 Jahr erinnert sich wieder niemand, ob er jemals ein Notebook oder einen Laptop besessen hat", heißt es etwa in einem Tweet. Damit wird auf die Befragung von Finanzminister Blümel angespielt, der sich nicht erinnern konnte, ob er vor einem Jahr ein Notebook besaß oder nicht.