© Hyangwon Kang, Reuters

Gespräche
11/03/2011

Cyber-Sicherheit: NATO sondiert mit Österreich

Eine Delegation der NATO erörtert am Donnerstag und Freitag mit österreichischen Regierungsvertretern Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten bei der Bekämpfung von Gefahren aus dem Netz.

von Patrick Dax

Anfang der Woche fand in London eine prominent besetzte Veranstaltung zu Internet-Themen statt. Bei der „Conference on Cyberspace“, bei der über 700 Politiker und Experten aus 60 Ländern teilnahmen, kam auch Cyber-Sicherheit zur Sprache. In seiner Abschlusserklärung betonte der britische Außenminister William Hague die Notwendigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Gefahren aus dem Internet. Die internationale Kooperation in Fragen der Cyber-Sicherheit ist nun auch Gegenstand von Gesprächen zwischen einer hochrangigen NATO-Delegation und Vertretern der österreichischen Bundesregierung in Wien.

Am Donnerstag fand ein Runder Tisch im Außenministerium statt, bei dem neben der NATO-Delegation unter der Leitung des NATO-Beauftragten für neue Sicherheitsbedrohungen, Gábor Iklódy, auch Experten aus dem Bundeskanzleramt, dem Verteidigungs- und dem Innenministerium anwesend waren. Am Freitag ist ein weiteres Gespräch im Verteidigungsministerium anberaumt.

Kooperationsmöglichkeiten
Österreich ist das erste Land, mit dem die NATO im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden (Partnership for Peace) über eine Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Bedrohungen aus dem Netz spricht. Bei dem Treffen würden Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten geprüft, hieß es aus dem Außenministerium.

Dass Österreich als erstes Partnerland mit der NATO Gespräche führe, sei auf keine konkrete Bedrohung zurückzuführen. Der Austausch auf Expertenebene sei bereits bei einem Wien-Besuch von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen Ende Juni fixiert worden.

Bedrohungsszenarien
Als Beispiel für Bedrohungsszenarien durch Angriffe aus dem Internet wurde etwa der spektakuläre Cyber-Angriff auf Estland im Jahr 2007 genannt, der das baltische Land für einige Tage  lahmlegte. Die NATO richtete daraufhin ein Cyberwar-Kompetenzzentrum ein, das nur NATO-Mitgliedern offen steht.

In der österreichischen Sicherheitsdoktrin nehmen Angriffe auf die IT-Sicherheit eine gewichtige Rolle ein. Auch hierzulande werden zentrale Infrastrukturbereiche - von der Energieversorgung bis hin zum Transportwesen - aus dem Netz gesteuert.

Einschätzungen der NATO zu den Sicherheitsbedrohungen waren Gegenstand der Gespräche. Für Österreich sei es wichtig, Zugang zu den Erfahrungen der NATO in Fragen der Cyber-Sicherheit zu bekommen, so ein Sprecher des Außenministeriums: „Wir können vom Know-how des Militärbündnisses profitieren.“

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