Netzpolitik
04.04.2017

Deutsche Telekom nimmt YouTube vom Datenguthaben aus

Die Deutsche Telekom will künftig Daten von bestimmten Streaming-Anbietern, unter anderem YouTube, Netflix und Amazon, nicht mehr verrechnen.

Die Deutsche Telekom hat einen neuen Mobiltarif für unbegrenztes Datenvolumen bei einzelnen Streaming-Angeboten angekündigt. „Datenvolumen entwickelt sich zur wichtigsten Währung, es ist das Benzin des Smartphone-Motors“, sagte Telekom-Manager Michael Hagspihl am Dienstag in Bonn. Ab dem 19. April soll die Funktion „Stream On“ in Kombination mit einem der neuen Mobil-Tarife zubuchbar sein.

Das Abspielen von bestimmten Inhalten wird dann nicht mehr auf das verfügbare Datenvolumen angerechnet. Zu den ersten Partnern gehören Apple Music, Amazon, Netflix und YouTube, Medienportale wie „Chip“ und „Spiegel Online“ sowie die ZDF Mediathek, der Sportkanal Sky und das mobile Entertain-TV-Angebot der Telekom. Ähnliche Angebote gibt es bei der US-Tochter T-Mobile bereits seit einigen Jahren.

Umstrittenes Zero-Rating

Derartige Zero-Rating-Angebote sind nicht unumstritten, da Kritiker befürchten, dass gewissen Dienste bei der Datenübertragung im Internet bevorzugt werden könnten. Die im Vorjahr beschlossenen Regeln zur Netzneutralität gaben hier klare Spielregeln vor: Die Mobilfunker dürfen bestimmte Dienste von der Verrechnung des Datenguthabens ausnehmen. Sobald das allgemeine Datenguthaben verbraucht wurde, müssen allerdings alle Dienste gedrosselt werden. Ähnlich wurde beispielsweise bereits das Spotify-Angebot von Drei eingeschränkt. Das Angebot des heimischen Mobilfunkers wird nach wie vor von der Rundfunkregulierungsbehörde RTR geprüft.

Kampf um Streaming-TV-Markt

Seinen TV-Streaming-Dienst Entertain TV will die Telekom mit einem einfachen Einstiegs-Modell für ausschließlich lineares Fernsehen ergänzen. „StartTV“ soll ab Mai für zwei Euro im Monat den Empfang von rund 100 Sendern bieten, 22 davon in HD-Qualität. Das Entertain-Angebot wiederum soll schrittweise ausgebaut werden, etwa mit exklusiven Eishockey-Übertragungen oder Fußballspielen aus der dritten Liga. Zuletzt erhielt die Telekom verstärkt Konkurrenz durch Vodafone, die mit GigaTV eine eigene TV-Plattform für Streaming auf den Markt brachte.