Netzpolitik
28.11.2016

Drei schränkt Spotify-Tarif ein

Drei drosselt künftig auch beim Spotify-Tarif den Datenverkehr, wenn das Volumen aufgebraucht ist. Damit reagiert der Mobilfunker auf eine Kritik der RTR und des AK Vorrat.

In Österreich reagiert jetzt der erste Mobilfunkanbieter auf die neuen EU-Regeln zur Netzneutralität, die seit April gelten. Die Bürgerrechtsorganisation AK Vorrat hatte eine Beschwerde gegen die Verstöße von Drei gegen die Netzneutralität eingereicht und bei der RTR ist zur selben Causa ein Verfahren am Laufen.

Stein des Anstoßes war unter anderem ein Tarif, bei dem der Musik-Streaming-Dienst Spotify bevorzugt wird. Bei dem Tarif wurde Musik-Streaming nicht von Ihrem Datenvolumen abgezogen, auch dann nicht, wenn das Datenvolumen bereits aufgebraucht war. Wenn das monatliche Datenvolumen beim Mobilfunker Drei aufgebraucht ist, wird die Internetverbindung aber sonst in der Regel blockiert oder stark gedrosselt.

Kann nicht mehr genutzt werden

Der Mobilfunkanbieter hat jetzt darauf reagiert. Jetzt steht beim neuen Spotify-Tarif als *-Zusatz dabei: “Ist das Datenvolumen im Basistarif verbraucht, kann Spotify nicht mehr genutzt werden.” Damit wird der Musik-Streaming-Dienst zumindest nach dem Verbrauch des erworbenen Datenvolumens nicht mehr bevorzugt.

Laut dem AK Vorrat gilt das in ähnlicher Art und Weise für alle zehn kritisierten Zusatzprodukte, die Drei im Angebot hat und bei denen Dienste bevorzugt wurden, etwa auch beim hauseigenen TV-Programm 3MobileTV, das im Vergleich zu Netflix bevorzugt wurde, in dem es ebenfalls nach Verbrauch des Datenvolumens nicht gedrosselt wurde.

RTR-Verfahren läuft noch

Drei wollte auf Anfrage von futurezone nicht viel dazu sagen, weil das Verfahren mit der RTR noch läuft. „Wir sind noch in Verhandlungen mit der RTR“, so Tom Tesch, Pressesprecher von Drei.

Vergangene Woche hatte Drei gemeinsam mit den anderen beiden Mobilfunkanbietern, die eigene Netze betreiben, versucht, gegen die Regulierungsbehörde RTR mobil zu machen. Diese ist in Österreich dafür zuständig, alle Netzneutralitätsverletzungen einzeln zu prüfen und zu entscheiden, ob bestimmte Angebote zulässig sind.

Die RTR beruft sich beim Verfahren auf die seit April geltende EU-Telekommunikationsverordnung. Die Mobilfunker haben im Laufe der Verfahren Gelegenheit, ihre Argumente vorzubringen. Mit einem Abschluss der Verfahren sei heuer jedenfalls nicht mehr zu rechnen. Drei hat jetzt mit den neuen Tarifen auf jeden Fall bereits vorab reagiert.

In Deutschland hat die Deutsche Telekom bereits Ähnliches hinter sich. Die Deutsche Telekom hat ihren Kunden im März mitgeteilt, dass der Datenverkehr auch beim Streaming von Spotify gedrosselt werden muss, wenn das inkludierte Datenvolumen des Vertrags aufgebraucht ist.