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Netzpolitik
05/05/2019

Die Programm-Highlights der Netzkonferenz Re:publica in Berlin

Am Montag startet die dreitägige Netzkonferenz re:publica in Berlin. Insgesamt gibt es über 600 Sessions von über 1000 Sprecherinnen und Sprechern.

Das Motto der diesjährigen Netzkonferenz re:publica ist „too long: didn’t read“ („tl;dr“). Das ist das Kürzel von Menschen, die im Internet keine Lust haben, lange Texte zu lesen, aber trotzdem mitreden möchten. Die re:publica 2019 möchte genau das Gegenteil erreichen: Dass Menschen sich mit Themen in der Langform beschäftigen, die uns als Gesellschaft spalten. Und diese Themen nicht zu vereinfachen, sondern breit zu diskutieren.

Dazu hat die re:publica, die 2007 als Nebenprojekt von netzpolitik.org gestartet ist, nun 1000 Sprecherinnen und Sprecher eingeladen, die in über 600 Sessions diverse Themen rund um Technologie, Vernetzung, Internet, Social Media, Künstliche Intelligenz oder digitale Öffentlichkeit behandeln. Die Veranstaltung findet im „Station Berlin“ statt, mitten im Herzen der Stadt.

Angekündigt sind unter anderem Sascha Lobo, Sybille Berg, Markus Beckedahl, Cory Doctorow, und viele mehr. Bei der Eröffnung spricht der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Grußwort, bevor die erste Keynote-Speakerin ans Wort kommt.

Die Wissenschaftlerin und politische Beraterin Nanjira Sambuli, Senior Policy Managerin der World Wide Web Foundation, wird darüber reden, wie heutzutage Staaten und Unternehmen Nutzer über den Tisch ziehen, in dem sie ihnen „Nutzungsbedingungen“ vorlegen, die viel zu lange sind, um sie durchzulesen und vollständig zu erfassen.

Sprecherinnen und Sprecher aus Österreich

Auch einige österreichische Sprecherinnen und Sprecher sind dabei. Die Buchautorin Ingrid Brodnig wird am Montag um 12.30 Uhr auf Stage 2 über „Humor in digitalen politischen Debatten“ sprechen. Die Ex-Nationalratsabgeordnete Sigi Maurer wird am Montag um 18.45 Uhr auf Stage 1 über das Patriarchat sprechen und darüber, wie sie sich gegen sexistische, erniedrigende Hassnachrichten gewehrt hat, indem sie einen Screenshot davon inklusive Profil-Namen gepostet hat, und sich dafür nun vor Gericht verantworten muss.

Der Social-Media-Experte Luca Hammer wird am Dienstag 13 Uhr auf Stage 2 über „Wut in Zeitlupe: Analyse von Empörungswellen auf Twitter“ sprechen. futurezone-Redakteurin Barbara Wimmer wird am Dienstag um 15 Uhr auf Stage 5 in ihrem Vortrag „Jobchance adé: Wenn der Computer nein sagt“ über ihre Recherchen rund um den AMS-Algorithmus sprechen. Thomas Lohninger, Geschäftsführer von epicenter.works wird am Mittwoch um 13.45 Uhr auf Stage 4 über „Mit 5G wird Milch und Honig fließen“ sprechen.

Zu Gast ist außerdem die CIO der Stadt Wien, Ulrike Huemer, die am Mittwoch um 16.15 Uhr auf Stage 5 mit Francesca Bria, CIO aus Barcelona, über Technologie-Strategien diskutieren wird.  Falter-Chefredakteur Florian Klenk wird am Montag um 15 Uhr auf Stage 2 an einer Podiumsdiskussion zum Thema: „Ist das gerade wirklich das Thema?! Relevanz in digitalen Zeiten“ teilnehmen.

Media Convention

Zeitgleich zur re:publica findet nämlich auch die Media Convention statt. Dort beschäftigt man sich vor allem mit der Gestaltung des Medienwandels und den Herausforderungen für die Branche. In diesem Jahr geht es zudem viel um künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität, Social-Media-Plattformen und ihre Nutzung für die professionelle Kommunikation.

Programm-Highlights

Alle Vorträge und Diskussion auf den Stages 1 bis 8 werden aufgezeichnet und im Anschluss an die Konferenz auf YouTube verfügbar sein. Im Live-Stream übertragen werden die Bühnen 1 und 2 sowie 6 und 7. Das gesamte Programm gibt es hier im Überblick. Zudem gibt es Apps, mit denen das Navigieren vor Ort etwas leichter fällt. Wir geben euch hier ein paar ausgewählte Programm-Highlights:

Sarah Spiekermann: Human Progress, Ethics and the Nature of Digital Dienstag 10.30 Uhr, Stage 1

Matthias Spielkamp, Kristina Prenner: Citizen Scoring in the EU - it happens at home, not only in China!
Dienstag, 15:30 Uhr, Stage 5

Voss & Beckedahl: Lass uns reden
Dienstag, 11.15 Uhr, Stage 2

Alex Rosenblat: The Algorithmic Boss
Dienstag, 13:45 Uhr, Stage 1

Cory Doctorow: It’s monopolies, not surveillance
Dienstag, 18.45 Uhr, Stage 1

Alexander Gerst: Raumfahrt und Gesellschaft – wohin geht die Reise?
Mittwoch, 17.30 Uhr, Stage 1