Netzpolitik
27.06.2014

Dokumentarfilm über Aaron Swartz veröffentlicht

Der Tod des jungen Internetaktivisten, dem von der US-Justiz der Prozess gemacht werden sollte, bewegt weiterhin die Netz-Community. Ein Dokumentarfilm stellt Fragen.

Der als Crowdfunding-Projekt finanzierte Dokumentarfilm "The Internet's Own Boy - The Story of Aaron Swartz" ist nach seiner Premiere auf dem Sundance Film Festival im Jänner nun in den USA im Kino und als Video-on-demand zu sehen. In dem laut US-Medien berührenden Film kommen Familie, Mitstreiter, aber auch Rechtsexperten und Bürgerrechtler zu Wort. Der Film will nicht nur die Persönlichkeit des begabten Programmierers beleuchten, sondern stellt auch viele unangenehme Fragen zur Rolle der US-Justiz, der eine unverhältnismäßige Jagd auf Swartz vorgeworfen wird.

35 Jahre angedroht

Swartz war als Teenager an der Implementierung des RSS-Protokolls beteiligt und zählte zu den Gründern der Social-News-Site Reddit. Mit der von ihm mitgegründeten Organisation DemandProgress.org machte er sich gegen den umstrittenen US-Internet-Gesetzesentwürfe SOPA (Stop Online Piracy Act)und PIPA (Protect IP Act) stark. Ihm drohten 35 Jahre Haft, da er im Jahr 2011 wissenschaftliche Artikel und andere Dokumente aus dem MIT-Netzwerk JSTOR heruntergeladen und als Protest gegen die Kommerzialisierung von Wissen auf Filesharing-Plattformen zur Verfügung gestellt hatte. Am 11. Jänner 2013 nahm sich Swartz in Brooklyn, New York, das Leben.

The Internet's Own Boy - Trailer from FilmBuff on Vimeo.

Für den Dokumentarfilm zeichnet der Filmemacher Brian Knappenberger verantwortlich, der vor dem Tod von Swartz etwa mit einem Dokumentarfilm über Anonymous aufgefallen war. "Ich denke nicht, dass ich Filme über Hacker mache. Es geht um Menschen, denn das Internet ist nun mal die Welt, in der wir jetzt leben", versucht Knappenberger das Bewusstsein für Netzaktivismus zu schaffen. Jedes Silicon-Valley-Start-up trete an, um die Welt zu verändern. Auch Swartz habe das wollen. "Angesichts der Geschehnisse verkommt so etwas zu einem absurden Slogan", sagt Knappenberger.