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Satire Erdogan und der Streisand-Effekt: Memes im Netz.

Erdogan Meme aus der Türkei mit Gollum
Erdogan Meme aus der Türkei mit Gollum - Foto: Screenshot
„Satire ist ein Grundelement der demokratischen Kultur. Politiker müssen damit leben. Auch der türkische Staatspräsident." Auch mit den Memes im Netz.

Das Zitat stammt vom EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz, der am Sonntag in einem Interview den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan scharf kritisiert hatte. „Es ist nicht hinnehmbar, dass der Präsident eines anderen Landes verlangt, dass wir in Deutschland demokratische Rechte einschränken, weil er sich karikiert fühlt."

Was war passiert?

Wegen eines satirischen Videoclips im deutschen Fernsehen, der auf die autokratische Machtausübung Erdogans sowie die zunehmende Internet- und Medien-Zensur und Abschaffung der Meinungs- und Pressefreiheit anspielte, bestellte der türkische Präsident den deutschen Botschafter zu einem Gespräch ins Außenministerium und forderte, das Video zu löschen. "„Ein Journalist, der etwas verfasst, was Erdogan nicht passt, ist morgen schon im Knast", heißt es in dem Video etwa.

Doch dann kam der Streisand-Effekt ins Spiel. Vom Streisand-Effekt spricht man, wenn jemand eine unliebsame Information mit unangemessen drastischen Mitteln unterdrücken will und so das Gegenteil erreicht. So geschehen ist das dann mit dem YouTube-Video des ARD, das es zu mehr als 5,6 Millionen Views gebracht hat und sich im Netz rasant verbreitete. Der ARD legte in Folge auch mit einer Version mit türkischen Untertiteln nach.

Via Social Media verbreitete sich in Folge auch zahlreiche weitere Satire mit und über Erdogan und auch einige neue Internet-Memes entstanden.

 

Der Prozess führte allerdings schon damals zum Streisand-Effekt: Das Meme wurde immer beliebter und verbreitete sich auch über die Grenzen der Türkei hinweg. Eigentlich hätte Erdogan schon damals etwas draus lernen müssen: Nämlich dass mit Kritik und Witz im Netz nicht einfach abdrehen kann.

(futurezone, dpa) Erstellt am 03.04.2016, 12:44

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