Netzpolitik
26.02.2013

EU-Kommission pumpt Millionen in 5G-Entwicklung

Laut Kommissions-Vizepräsidentin Neelie Kroes werden 50 Millionen Euro in die Entwicklung eines Nachfolgers der 4G-Mobilfunkgeneration investiert. 5G soll 2020 an den Start gehen. Mit verstärkter Förderung soll Europa die Führungsrolle in der Mobilfunkentwicklung zurückerobern.

Die genannten 50 Millionen Euro sollen in eine Reihe von Projekten fließen, über die man derzeit kauf etwas weiß. Wie TheNextWeb berichtet, ist relativ unklar, was sich hinter den Akronymen iJOIN, TROPIC, COMBO, MOTO oder METIS verbirgt.

" Europa hat die Welt bei Drahtlostechnologie angeführt", sagt EU-Kommissions-Vizepräsidentin Kroes zur Motivation für die neue Förder-Offensive. "Wir haben den GSM-Standard erfunden, wir haben einst bei Mobilgeräten dominiert. Jetzt fallen wir allerdings zurück und werden im Osten und Westen überholt."

Die Anspielungen bezeichnen klar den Aufstieg und Fall des Hauses Nokia und die momentane Dominanz von Apple und Samsung. Dabei hat Europa alleine im Zeitraum 2007 bis 2013 über 700 Millionen Euro für die Erforschung zukünftiger Netzwerke gesteckt, schreibt die Kommission in einer Presseaussendung. Das Geld ist unter anderem in die Entwicklung von 4G geflossen.

Die Anforderungen an 5G sind laut EU-Kommission unter anderem folgende:
- 10 bis 100 Mal so viele internetfähige Geräte müssen versorgt werden können. Vom Auto bis zum Kühlschrank wird die Zahl der "connected devices" künftig stark ansteigen.
- 10 bis 100 Mal so viel Datenverkehr pro Nutzer.
- 10 Mal so lange Akkulaufzeit

Kroes zeigt sich kampflustig, diese Ziele mit viel Nachdruck zu erreichen: "Wir müssen dringend aufholen. Um eine starke Drahtlos-Industrie zurückzugewinnen. Um eine starke Wirtschaft zu zementieren. Und um Menschen die technischen Werkzeuge zu geben, um zu Möglichkeiten zu gelangen und diese zu kreieren."

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