Netzpolitik 25.09.2017

EU will keine Gesetze gegen Hasspostings

Bei der Bundesrats-Enquete zum Thema Digitale Courage wurden Strategien gegen Hass im Netz erörtert. © Bild: APA/dpa/Lukas Schulze

Die EU-Kommission setzt stattdessen auf die freiwillige Selbstverpflichtung von Internet-Unternehmen wie Google, Facebook und Twitter.

Die EU-Kommission plant vorerst keine spezielle europäische Gesetzgebung zur Regulierung von Hasspostings im Internet. EU-Justizkommissarin Vera Jourova kündigte am Montag vor Journalisten in Brüssel an, die EU-Kommission setze weiter auf eine freiwillige Selbstverpflichtung von Internet-Firmen wie Facebook und Google.

Am Dienstag soll dazu eine Mitteilung der EU-Kommission erscheinen. Die EU-Kommission werde die Lage zu Beginn des nächsten Jahres bewerten, kündigte Jourova an. Dabei soll es auch ein regelmäßiges Monitoring geben.

Fragmentierung

Nachdem Deutschland zur Kontrolle von Hasspostings im Internet bereits gesetzliche Maßnahmen ergriffen habe, drohe in der EU eine Fragmentierung in diesem Bereich, räumte die Kommissarin ein. Sie schloss nicht aus, dass die EU dem deutschen Ansatz folgen wird und auch auf europäischer Ebene gesetzliche Schritte ergreift. Derzeit sei aber nur gut ein Drittel der EU-Staaten dafür, ein weiteres Drittel schließe Gesetzesmaßnahmen nicht aus, und der Rest wolle keine Gesetzesmaßnahmen.

Optimistisch zeigte sich Jourova nach Gesprächen in den USA in Hinblick auf die Fortsetzung des EU-US-Datenschutzabkommen ("Privacy shield"). Die erste jährliche Überprüfung findet Anfang Oktober statt. Jourova will, dass die USA mehr Beamten für die Datenschutzvereinbarung bereitstellen. Mehr als 2.400 Firmen seien der Regelung bereits unterworfen.

( Agenturen ) Erstellt am 25.09.2017