Netzpolitik
19.06.2015

Facebook-"Moments" wegen Gesichtserkennung nicht in der EU

Facebook bringt seine neue Foto-App Moments nicht in die EU, weil die Regulatoren Bedenken wegen der eingesetzten Gesichtserkennung haben.

Die neue App, die diese Woche in den USA gestartet ist, erlaubt es Nutzern unter anderem, ihre Fotos nach den darauf abgebildeten Personen zu sortieren. Dazu nutzt die App Algorithmen, die die Gesichter auf den Bildern erkennen und zuordnen. Die europäischen Datenschutz-Regulatoren verlangen, dass dieses Feature nur nach ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer aktiviert werden kann, wie das Wall Street Journal berichtet. Deshalb verzichtet Facebook vorerst darauf, Moments in der EU zu veröffentlichen.

"Wir haben derzeit keinen Opt-in-Mechanismus, deshalb deaktivieren wir Moments, bis wir eine Lösung haben", sagt Facebooks Richard Allan. Das Unternehmen will allerdings zu einer Einigung mit den europäischen Regulatoren in Irland kommen, einen Zeitplan gebe es aber noch nicht. 2010 hatte Facebook schon einmal eine Gesichtserkennungs-Funktion in der EU abdrehen müssen, weil sie standardmäßig Menschen auf Fotos identifizierte.