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Netzpolitik
05/11/2019

G7-Staaten simulieren Hackerangriff auf Finanzsystem

Nach dem Hack des SWIFT-Netzwerkes sollen die Systeme der Finanzwirtschaft auf Sicherheitslücken geprüft werden.

Führende westliche Industriestaaten wollen im Juni erstmals gemeinsam die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystem gegen grenzüberschreitende Hackerangriffe testen. Organisiert werde die simulierte Cyber-Attacke von der französischen Zentralbank, sagte deren für Finanzstabilität zuständige Direktorin Nathalie Aufauvre am Freitag in Paris auf einer Konferenz.

In dem Test soll simuliert werden, dass eine in der Finanzwirtschaft häufig genutzte technische Komponente mit schädlicher Software infiziert wird. Laut der Notenbank-Direktorin ist dies die erste derartige grenzüberschreitende Übung in der Gruppe der G7-Staaten, zu der in Europa unter anderem Frankreich, Deutschland und Italien zählen.

Online-Bankraub zwingt Staaten zum Handeln

Spätestens seit dem spektakulären Beutezug von Hackern in Bangladesch Anfang 2016 steht das Thema Cybersicherheit weltweit ganz oben auf der Agenda von Finanzaufsehern und Zentralbanken.

Damals hatten Cyber-Kriminelle bei der Notenbank des asiatischen Landes mehr als 81 Mio. Dollar (72 Mio. Euro) gestohlen. Laut einer unlängst veröffentlichten Studie von IBM entfallen rund ein Fünftel aller Hackerangeriffe auf die Finanzwirtschaft.

An der dreitätigen Simulation nehmen 24 Behörden des Finanzsektors teil, darunter Zentralbanken, Ministerien und Finanzaufseher. Auch Vertreter der Privatwirtschaft sind dabei.