Netzpolitik
12/12/2018

Google-CEO erklärt, warum bei der Suche nach Idiot ein Bild von Trump kommt

Wenn Kongressabgeordnete Fragen stellen dürfen, kommen oft lange Antworten über alte Phänomene wie die Google-Bombe raus.

Google-CEO Sundar Pichai hat im Hearing vor dem US-Kongress erklären müssen, warum bei der Google-Bilder-Suche nach dem Begriff „Idiot“ Bilder des US-Präsidenten Donald Trump auftauchen und ob dies ein „absichtliches Vorurteil“ sei.

Die Frage kam von der republikanischen Abgeordneten Zoe Lofgren, die die Theorie wiederlegen wollte, dass Google absichtlich politisch motiviert Suchergebnisse beeinflussen würde. „Als ich das Wort Idiot gegooglet habe, kam ein Bild von Donald Trump. Wie kann das passieren?“

Lange, allgemeine Antwort

Pichai hat der Abgeordneten daraufhin in einer langen Antwort erklärt, wie die Google-Suche funktioniere. „Immer wenn man ein Schlagwort eintippt durchsucht Google Milliarden von Websites in unserem Index. Wir nehmen das Schlagwort und matchen es mit den Websites. Dann machen wir ein Ranking, bei dem wir 200 Dinge berücksichtigen wie Relevanz, Neuheit, Beliebtheit, wie Menschen die Seite verwenden. Auf dem basierend versuchen wir die besten Ergebnisse für die Suche zu finden. Dann evaluieren wir diese mit externen Bewertern und objektiven Regeln. So stellen wir sicher, dass der Prozess funktioniert.“

„Also ist es kein kleiner Mann hinter einem Vorhang, der bestimmt, was man dem Nutzer zeigt“, frage die Abgeordnete daraufhin sarkastisch. „Wir greifen nicht manuell bei einzelnen oder bestimmten Suchenergebnissen ein“, sagte der Google-CEO laut einem Bericht von "The Verge".

Google Bomben gibt es schon lange

Die „Trump“ und „Idiot“-Sache wurde bereits im Sommer diesen Jahres von vielen Medien aufgegriffen. Solche Google-Bomben gibt es seit bald zwei Jahrzehnte lang und sie funktionieren meist für sehr lange Zeit. Da Google im Normalfall nicht eingreift, ist auch heute noch bei der Suche nach „Idiot“ das Bild von Trump zu sehen – und zwar gleich im Dutzend.

Trump war zudem nicht der erste US-Präsident, der von einer Google-Bombe betroffen war. Auch George W. Bush wurde in den 2000er-Jahren davon Opfer.