Fahrradfahrer wirft Schatten

© APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner / Jens Büttner

Netzpolitik

Google Standortdaten machten aus Radfahrer Einbruchsverdächtigen

Zachary McCoy fährt gerne Fahrrad und nutzt die Fitness-App Runkeeper. Das genügte, um ihn zum Verdächtigen in einem Einbruchsfall in Florida zu machen, berichtet NBC News. In dem Haus, in das eingebrochen wurde, war McCoy zwar nicht, allerdings fuhr er am Tag des Einbruchs dreimal daran vorbei. Das geht aus seinen Standortdaten hervor, die von der App auf seinem Android-Smartphone gesammelt wurden und die auch Google vorlagen.

Im Rahmen eines sogenannten „Geofence Warrant“, einer Auskunftsanfrage der Behörden zu Geräten, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort befunden haben, gab Google McCoys Standortdaten, zunächst ohne Angaben zum Inhaber des Geräts zu machen, an die Polizei in Florida weiter. Die wollte darauf hin Zugriff auf sämtliche seiner Google-Daten. Der Internetkonzern verständigte McCoy und verwies darauf, dass die Daten den Behörden übergeben würden, wenn er nicht innerhalb einer Woche vor Gericht dagegen Einspruch erhebe.

„Albtraum-Szenario“

McCoy nahm sich einen Anwalt und konnte den Verdacht letztlich mit dessen Hilfe ausräumen. Wie er gegenüber NBC News sagte, sei es dennoch ein „Albtraum-Szenario“ gewesen. Er habe nicht gewusst, dass Google aufzeichne, wo er sich gerade befinde.

Die Zahl solcher Standortdatenanfragen der Behörden ist in den USA zuletzt stark gestiegen. Allein von 2017 auf 2018 gab es einen Zuwachs um 1500 Prozent. Im Jahr darauf legten sie laut NBC News noch einmal um 500 Prozent zu. Dabei kommt es immer wieder zu falschen Verdächtigungen. 2018 wurde etwa in Arizona ein Mann des Mordes verdächtigt, weil er sich in der Nähe eines Tatorts aufgehalten hatte.

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