Wahlkampfleiter Thimo Fiesel

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Netzpolitik
06/24/2019

Grüne dementieren Google-Zahlen über Werbekosten

Laut dem Google-Transparenzbericht sollen die Grünen seit März über 300.000 Euro für Werbung ausgegeben haben.

Die Grünen weisen die von Google online veröffentlichten Angaben über die Werbekosten vor der EU-Wahl zurück. Laut dem Transparenzbericht des US-Konzerns haben die Grünen seit 20. März 307.250 Euro für Werbung ausgegeben. Wahlkampfleiter Thimo Fiesel weist das zurück und betont, nur 160.919,25 Euro bei Google ausgegeben zu haben. Er will nun mit Google Kontakt aufnehmen und den Fehler klären.

„Die aktuell kolportierten Ausgaben der Grünen von 300.000 Euro für Google-Werbung entsprechen nicht annähernd der Realität. Unsere Ausgaben betragen nur rund die Hälfte der genannten Summe, exakt 160.919,25 Euro“, betont Fiesel. Die von Onlineplattformen bereitgestellte Transparenztools seien völlig unzureichend, um die Werbetätigkeiten politischer Parteien nachzuverfolgen.

Hinter Trump

Mit den im Google-Transparenzbericht vermerkten 3.000 Werbeschaltungen wären die Grünen weltweite Nummer Zwei hinter der Kampagne „Trump for President“, meinte Fiesel, aber: „In Wahrheit haben die Grünen während des EU-Wahlkampfs weniger als zehn Sujets geschalten.“ Und: „Wenn Google sich bei uns um fast 100 Prozent verrechnet, wie glaubwürdig sind dann die Daten anderer Parteien?“ Er will nun bei Google erfragen, „wie diese falschen genannten Zahlen zustandegekommen sind“.

Google prüft

Google prüft derzeit, warum sich die Angaben zu den Werbekosten der Grünen vor der EU-Wahl von jenen der Partei maßgeblich unterscheiden.

Laut einem Sprecher von Google Austria wird überprüft, wie die Angaben im Transparenzbericht zustande gekommen sind. Wann mit Ergebnissen zu rechnen ist, sei aktuell aber noch nicht absehbar, wie es auf eine Anfrage der futurezone heißt. 

Ungewöhnlicher Fall

Der Fall ist jedenfalls ungewöhnlich. Vor allem die Höhe des Betrages unterscheidet sich sehr deutlich von dem, was die Partei angibt. Bislang gibt es keine Berichte, wonach die Angaben, die der Suchmaschinenkonzern veröffentlicht, von den Parteien dementiert werden.