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Netzpolitik
12/18/2018

Instagram war wichtigstes russisches Werkzeug für Wahlbeeinflussung

Der Geheimdienstausschuss der US-Senats legt ein neues Papier zur Wahlbeeinflussung durch Russland vor.

Aus dem Bericht geht hervor, dass russische Manipulationsversuche nicht nur über Facebook abgelaufen sind, sondern auch über kleinere Plattformen. So soll vor allem Instagram eine größere Rolle bei den Manipulationsversuchen gespielt haben. Es sei zu erwarten, dass Russland dieselbe Vorgehensweise auch bei den Wahlen 2020 einsetzen werde, wie Bloomberg berichtet. Die russische Trollfarm "Russian Internet Research Agency", die sehr aktiv versucht hat, die öffentliche Stimmung zu beeinflussen, habe über Instagram weit mehr Rückmeldungen bekommen als über andere Kanäle wie Facebook. Instagram gehört seit 2012 zu Facebook.

Die tragende Rolle ihres Tochterunternehmens bei den Manipulöationskampagnen hätten die Facebook-Manager bei Befragnungen vor dem US-Kongress verschwiegen, heißt es weiter in dem Dokument. Instagram sei verstärkt genutzt worden, nachdem Medien begonnen hätten, über entsprechende Kampagnen auf Twitter und Facebook zu berichten. Es habe insgesamt 187 Millionen Nutzerinteraktionen mit entsprechendem Instagram-Content gegeben, gegenüber 77 Millionen bei Facebook und 73 Millionen auf Twitter. Das gehe aus einer Analyse von Daten hervor, die zwischen 2015 und 2018 erhoben worden seien.

Subtil

Sowohl Twitter als auch Facebook haben als Reaktion auf die Enthüllungen Maßnahmen gegen Manipulation ergriffen. Instagram sei eine besonders gute Plattform, um die Stimmung zu beeinflussen, sagen die Forscher, die die Daten analysiert haben. Das liege daran, dass die Inhalte nach Interessen und Hashtags organisiert seien und vor allem aus Fotos und Videos bestünden. So sei es möglich, mit sich viral verbreitenden Memes die Einstellung der Nutzer auf subtile Art zu beeinflussen. Die hohen Interaktionszahlen könnten aber zumindest zum Teil auch auf den Einsatz von Klickfarmen zurückzuführen sein.

Die Forscher sagen aber, dass die Kampagnen auf Instagram tatsächlich Diskussionen unter Nutzern ausgelöst hätten. Das Ziel der Kampagnen sei es gewesen, Trump-Anhänger zu ermutigen und Hillary Clinton zu kritisieren. Die 12 größten Instagram-Accounts, die der Kampagne zugerechnet werden, hatten jeweils über 100.000 Follower.