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Propagandavorwurf
04/10/2012

Internet abschalten: Iran widerspricht heftig

Meldungen, wonach der Iran im Sommer den Zugang zum Internet komplett blockieren will, sorgen derzeit für Aufregung. Wie die Nachrichtenagentur AFP nun berichtet, hat der Iran das Vorhaben in Abrede gestellt und das vielfach zitierte Interview mit dem iranischen Minister für Informations- und Kommunikationstechnik als Fälschung bezeichnet.

Aus einer angeblichen Stellungnahme wurde der besagte Minister Reza Taghipour dahingehend zitiert, dass der Iran ein nationales, „sauberes“ Intranet plane. Services wie Google, Gmail, Yahoo und Hotmail würden ab Sommer dauerhaft blockiert, iranische Bürger müssten sich zukünftig eine Iran Mail ID zulegen. Die Benutzung des iranischen Intranets erfolge nach geprüfter Registrierung der Personen, die sich zudem ausweisen müssten.

Iran kritisiert westliche Propaganda
Während diese Version der Meldung derzeit immer noch in vielen Medien die Runde macht, berichtet AFP indessen, dass das betroffene iranische Ministerium den Bericht als Fälschung und völlig unhaltbar abgetan hat. Der falsche Bericht sei westliches Propaganda, das von den feindlich gesinnten Medien ohne wahren Hintergrund übernommen werde. Auch dieser Bericht lässt sich schwer überprüfen, da die iranische Ministeriumsseite von außerhalb nicht erreichbar ist.

Nicht in Abrede gestellt wurde hingegen, dass der Iran tatsächlich an einem nationalen Informationsnetzwerk arbeitet, das bis März 2013 umgesetzt werden soll. Bisher ist völlig unklar, welche Auswirkungen der Start des iranischen Netzes auf den Zugang zum Internet im Iran haben wird. Schon bisher hat der Iran vorübergehend Services wie Gmail und Hotmail sowie Suchmaschinen vom Netz genommen bzw. teilweise blockiert. Erst am Wochenende war zudem bekannt geworden, dass der Iran die offizielle Webseite der Olympischen Spiele boykottiert und auf eine iranische Webseite

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