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Netzpolitik
07/01/2019

Iran bremst Bitcoin-Miner, weil sie Stromnetz destabilisieren

Das Mining von Kryptowährungen belastet das iranische Stromnetz so stark, dass die Behörden nun gezielt Server-Farmen abdrehen.

Im Iran ist Strom relativ günstig und für manche Institutionen, wie Schulen und Moscheen, überhaupt gratis. In den vergangenen Jahren hat dies dazu geführt, dass an eher unüblichen Orten Bitcoin-Mining betrieben wird. Das Schürfen von Kryptowährungen hat nun jedoch zu solch großen Lastspitzen geführt, dass Irans Energieministerium die Stabilität des Stromnetzes gefährdet sieht, wie RadioFreeEurope/Radio Liberty berichtet.

Enorme Strommengen

Laut staatsnahem Fernsehen wurden deshalb bereits zwei größere Krypto-Mining-Farmen behördlich geschlossen. Sie sollen gemeinsam rund 1000 Rechner verwendet haben, um zu digitaler Währung zu gelangen. Das iranische Energieministerium beziffert den Energieverbrauch, der zum Mining eines Bitcoin notwendig ist, mit der Strommenge, die 24 Haushalte während eines ganzen Jahres verbrauchen.

Sanktionen umgehen

Durch den günstigen Stromtarif im Iran habe es einen rasanten Anstieg an Mining-Aktivitäten gegeben. Nicht nur Inländer schürfen mit Rechnern nach Bitcoins. Auch viele Chinesen haben die Möglichkeit, im Iran günstig an Bitcoins zu gelangen, entdeckt. Für die einheimische Bevölkerung stellt die Akquise von Kryptovermögen einen Weg dar, um die von den USA errichteten Handelssanktionen zu umgehen. Die Staatsführung hat freilich genau jenes Potenzial erkannt und will das Mining deshalb nicht radikal beschränken. Allerdings soll künftig ein eigener Stromtarif dafür eingeführt werden, der etwas teurer ist.