Netzpolitik
02.05.2014

Iranische Behörde verbietet WhatsApp

Die Behörde für Internetkriminalität argumentiert das Verbot mit der Facebook-Übernahme von WhatsApp, da Mark Zuckerberg ein "amerikanischer Zionist" sei.

Im Iran ist der Kurznachrichtendienst WhatsApp verboten worden. Zwischen der Regierung und einer Zensurbehörde brach ein offener Streit über das Verbot aus. „Die Regierung ist absolut gegen das Verbot von WhatsApp“, sagte Kommunikationsminister, Mahmud Mehr, der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Donnerstag. Zuvor hatte der Leiter der Behörde für Internetkriminalität, Abolsamad Chorramabadi, zur Blockade des bei iranischen Smartphone-Besitzern beliebten Kommunikationsprogrammes mitgeteilt: „Der Grund dafür ist die Übernahme von WhatsApp durch den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der ein amerikanischer Zionist ist.“

Das Verbot von WhatsApp ist ein weiterer Rückschlag für die Politik des als moderat geltenden Präsidenten Hassan Ruhani. Dessen Regierung setzt sich für eine Aufhebung der Internetzensur ein. Demnach sollten alle Iraner freien Zugang zu sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter haben. Das islamische Establishment wertet diese Netzwerke jedoch als Spionageapparate der USA und bezichtigt Mitglieder der Sünde.