Netzpolitik
09.06.2011

Konferenz: Mit Open Data zur neuen Verwaltung

Am 16. Juni findet im Wiener Palais Strudlhof die erste österreichische Konferenz zu Open Government Data statt. 20 österreichische und internationale Experten werden gesellschaftliche Auswirkungen und wirtschaftliches Potenzial der Freigabe von Verwaltungsdaten diskutieren.

Die Wiener Stadtverwaltung öffnete Mitte Mai ausgewählte Datenbestände aus der Verwaltung zur Weiterverwertung durch Bürger, Wirtschaft und Wissenschaft. Linz will im September folgen. Die Freigabe nichtpersonenbezogener Verwaltungsdaten - wie etwa Geo-, Verkehrs, Umwelt- und Budgetdaten - hat längst auch Österreich erreicht. Die Daten aus der Verwaltung sollen zu mehr Bürgerbeteiligung an politischen Prozessen führen, hilfreiche Anwendungen für Bürger ermöglichen und wirtschaftliche Impluse setzen.

Einblicke in die Chancen und Herausforderungen von offenen Regierungsdaten bietet am 16. Juni die Open Government Data Konferenz 2011, bei der sich im Wiener Palais Strudlhof 20 österreichische und internationale Open-Data-Experten zum Erfahrungsaustausch treffen. Praxisbeispiele für Anwendungen für offene Daten werden dabei ebenso zur Sprache kommen wie rechtliche und technische Rahmenbedingungen sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen.

Anforderungen in Österreich
Welche Anforderungen österreichische Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung an offene Daten stellen und welche Möglichkeiten sie darin sehen, wird Martin Kaltenböck  vom Konferenzveranstalter Semantic Web Company und Mitgründer der Initiative Open Government Data Austria (OGD Austria) erörtern. In einer Workshop-Reihe hat er eine Anforderungsanalyse erarbeitet, die die unterschiedlichen Sichtweisen auf offene Daten zueinander in Beziehung setzt.

Am Beispiel der Stadt Linz, die im September erste Verwaltungsdaten freigeben will, wird Stefan Pawel von der Open Commons Region Linz erläutern, wie mit offenen Daten ein kreatives Klima geschaffen werden soll, das gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt ermöglicht. Wie das ökonomische Potenzial durch wirtschafts- und technologiefördernde Maßnahmen gehoben werden kann, skizziert Eva Czernohorszky vom Wiener Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT).

Internationale Erfahrungen
Aus Großbritannien, das bereits Anfang 2010 Teile seiner Regierungsdaten zur allgemeinen Nutzung freigab, ist John Sheridan von den UK National Government Archives zu Gast, der das Lizenzschema für die unter data.gov.uk abrufbaren britischen Verwaltungsdaten erarbeitet hat. Rufus Pollock von der britischen Open Knowledge Foundation wird Schlaglichter auf interessante Anwendungen werfen und seine Vision für ein Open-Data-Ökosystem der Zukunft präsentieren.

Lisa Evans, die Entwicklungsleiterin des britischen Open-Data-Vorzeigeprojekts Where Does My Money Go und Mitarbeitern des Data Blogs beim "Guardian" stellt ihre Überlegungen zum Datenjournalismus zur Diskussion.

Europäische Perspektive
Die europäische Entwicklung von Open Data beleuchten unter anderem Ton Zijlstra, Politikberater aus den Niederlanden und Katleen Janssen vom Interdisciplinary Centre for Law & ICT an der Universität Leuven in Belgien, die  sich in ihrem Vortrag dem Rechtsrahmen für Open Government Data in Europa widmet.

"Die Konferenz bietet einen Einstieg in das Thema und vor allem die Möglichkeit, sich mit Experten aus dem Fachgebiet auszutauschen", sagt Veranstalter Kaltenböck, der mit einem breiten Interesse rechnet: "Denn Open Data hat mit den Daten und Fakten der Bürger selbst zu tun."

Die Open Government Data Konferenz 2011 findet am 16. Juni im Palais Strudlhof (Pausteurgasse 1, 1090 Wien) statt. Die Teilnahme kostet 140 Euro. Studenten und Vertreter von Nicht-Regierungsorgranisationen (NGOs) können sich um Freikarten bewerben.

Link:
Open Government Data Konferenz 2011