Netzpolitik
08.07.2015

Kryptografie-Experten gegen Hintertür für Regierung

Hintertüren in Verschlüsselungen für die Regierung würden die Sicherheit von Institutionen und Unternehmen massiv gefährden, sagen 14 namhafte Computerwissenschaftler.

Den Bemühungen von Behörden in den USA und Großbritannien um eine Umgehung von Verschlüsselungsmaßnahmen kann nun ein 34-seitiger Bericht entgegengehalten werden, der von 14 der führenden Kryptografie-Experten der Welt verfasst wurde. Wie die New York Times berichtet, kommen sie zum Schluss, dass Hintertüren in Verschlüsselungen, die nur der Regierung zugänglich sein sollen, eine fundamental schlechte Idee sind.

Institutionen wie Versorgungsbetriebe sowie Unternehmen wären massiv gefährdet, wenn Zugangscodes zu einer Hintertür verloren gingen oder durch feindliche Cyberangriffe gestohlen würden. Dass dies passieren kann, hat sich in der Vergangenheit bereits öfter gezeigt. Ein Zugang über die Hintertüre "wird Türen öffnen, durch die Kriminelle und feindselige Nationen genau die Individuen angreifen kann, die das Gesetz zu schützen versucht", lautet ein Zitat aus dem Bericht. Dieser listet auch weitere technische Gründe gegen Hintertüren auf.

Die Gruppe, die den Bericht verfasst hat, war zuletzt 1997 zusammengetreten, um der Clinton-Regierung die Idee eines so genannten "Clipper Chips" auszureden. Das hätte ein Chip sein sollen, den Computerhersteller verpflichtend in ihre Geräte einbauen sollten um der Regierung Zugriff auf den jeweiligen Rechner zu gewähren.