Netzpolitik
16.03.2013

Kubanische Bloggerin spricht über Repressionen

Die bekannte kubanische Bloggerin Yoani Sanchez hat bei einem Aufenthalt in den USA detailliert über Einschüchterungsversuche der eigenen Regierung gesprochen. Das Regime versuche es nicht nur physisch, sondern auch im Internet mit Attacken durch andere Blogger, die sie im Auftrag der Regierung angriffen, sagte sie am Freitag an der New Yorker Universität.

Sanchez, die den international beachteten Blog Generation Y schreibt, befindet sich auf ihrer ersten Auslandsreise seit etwa zehn Jahren.Sie habe Angst, nach Kuba zurückzukehren, sagte die Bloggerin. „Die Regierung behandelt mich wie ein kleines Mädchen. Wenn es zu lange draußen bleibt, wird es bestraft.“ Zu den Reformen in ihrem Land sagte sie: „Die Reformen gehen in die richtige Richtung, aber sie gehen nicht schnell genug.“

Im vergangenen Jahr hatte die kubanische Regierung vorsichtige Wirtschaftsreformen eingeleitet. Anfang Jänner war ein etwas liberaleres Reisegesetz in Kraft getreten. Auf ihrer Tour durch mehrere Länder will Sanchez unter anderem in Washington vor dem US-amerikanischen Senat sprechen. Auch Deutschland gehört zu ihren Reisezielen.

Über den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez sagte sie, sein Tod könne ein „Katalysator“ sein, um den kubanischen Präsidenten Raul Castro zu mehr Reformen zu bewegen. Venezuela liefert Öl nach Kuba und missachtet damit das US-amerikanische Embargo.

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