Netzpolitik
11.12.2017

Luftfahrt-Gewerkschaft fordert Nummerntafeln für Drohnen

Auch billige Hobby-Drohnen sollen in Österreich unter eine Registrierungspflicht fallen, fordert die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft.

Die österreichische Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft (vida) fordert strengere Regeln für Drohnen in Österreich. „ Drohnen sind für Hobbypiloten vielleicht ein Freizeitspaß, in diesen Laienhänden bergen sie aber ein enormes Gefahrenpotential“, wird Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt, in einer Aussendung zitiert. Er fordert „klare Regeln“, angefangen bei einer „flächendeckenden Registrierung“ sowie „eine Art Nummerntafel“ für unbemannte Flugobjekte.

Ein Zwischenfall auf dem Flughafen Wien-Schwechat sorgte am Sonntag für Schlagzeilen. Eine Drohne kam offenbar einer landenden Maschine der Austrian Airlines gefährlich nahe. Der Vorfall wurde sofort der Austro Control gemeldet, ein Polizeihubschrauer stieg sofort zur Fahndung auf. Der Pilot der Drohne konnte dennoch nicht ausgeforscht werden.

Geofencing und Registrierungspflicht gefordert

Um derartige Zwischenfälle zu verhindern, fordert vida, dass Drohnen ähnlich wie andere Flugobjekte behandelt werden sollen. „Drohnen, die technisch dazu in der Lage sind, in kontrollierten Luftraum einfliegen zu können, sollen einen Transponder haben, damit ihre Position jederzeit exakt am Radar bestimmt werden und der Besitzer über die Kennung zugeordnet werden kann,“ erklärt Daniel Liebhart, Fluglotse und stellvertretender Vorsitzender des Fachbereichs. Drohnen ohne Berechtigung sollen hingegen per Geofencing am Betreten des gesperrten Luftraums gehindert werden.

Schwarcz fordert eine Registrierungspflicht und verweist dabei darauf, dass „etwa beim Handykauf jeder Nutzer seine Daten hinterlegt. Das muss beim Drohnenerwerb auch möglich sein“. „Es führt auf alle Fälle kein Weg daran vorbei, dass die Europäische Agentur für Flugsicherheit, aber auch nationale Aufsichtsbehörden, raschest strenge Regeln für die Sicherheit der Luftfahrt umzusetzen müssen“, sagt AUA-Bordbetriebsrat und Pilot Rainer Stratberger.

In Österreich sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für Hobby-Drohnen relativ komplex. Ein Online-Dienst will Überblick verschaffen, wo man derzeit unterwegs sein darf.