© dpa, Markus Brandt

Großbritannien
09/19/2012

Manchester muss Nacktscanner austauschen

Das passiert, wenn man auf eine Technologie setzt, die von der EU zum Zeitpunkt ihrer Anschaffung noch nicht abgesegnet war: Am Flughafen Manchester müssen jetzt die Nacktscanner austauscht werden, weil diese noch mit Röntgenstrahlen arbeiten. Kostenpunkt: 1,3 Millionen Britische Pfund.

Der Flughafen Manchester in Großbritannien startete vor drei Jahren den Testbetrieb von Nacktscannern. Die eingesetzten Geräte arbeiten dabei mit Röntgenstrahlen. Diese wurden von der EU-Kommission allerdings im Jahr 2011 verboten. Nun sind in Manchester die Genehmigungen für den Testbetrieb ausgelaufen und die Nacktscanner müssen abgebaut werden.

Stattdessen muss Manchester nun EU-konforme Scanner anschaffen, die mit Millimeterwellen arbeiten und bei denen der durchleuchtete Mensch als Piktogramm angezeigt wird. Der Mensch wird dabei lediglich als eine Art "Strichmännchen" dargestellt. Die neue Regelung bringt also eine Verbesserung beim Schutz der Privatsphäre mit sich. Außerdem gelten die Scanner als gesundheitlich wesentlich unbedenklicher als die Geräte, die mit Röntenstrahlen arbeiten.

Die Flughafen-Leitung in Manchester zeigte sich enttäuscht über die notwendige Umrüstung. Eine solche ist nämlich mit Kosten von 1,3 Millionen Britische Pfund verbunden. In der EU ist der  Einsatz von derartigen Körperscannern nicht verpflichtend, es wurden seitens der EU nur

festgelegt für die Länder, die gerne welche hätten. In Manchester möchte man auf jeden Fall weiterhin auf diese Art der Passagierkontrolle setzen, hieß es seitens des zuständigen Flughafen-Betriebsleiters.

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