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E-Government
03/12/2012

Microsoft stellt Projekt "Neustadt" vor

Microsoft hat auf der Computermesse CeBIT vergangene Woche in Hannover seine Vision einer "digitalen Stadt" gezeigt. Das vorgestellte Projekt heißt "Neustadt" und ist Teil der Innovationsinitiative "Chancenrepublik Deutschland". Auf Touchtables wurden Beispiele gezeigt, wie IT-Städte und Kommunen effizienter und bürgerfreundlicher machen kann.

von Barbara Wimmer

"Wir wollen uns damit den gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen stellen", erklärte Henrik Tesch, Leiter von Citizenship Corporate Affärs bei Microsoft Deutschland, der futurezone. Die vorgestellten Lösungen seien dank ihrer Skalierbarkeit überall einsetzbar und wären auch für Österreich adaptierbar. Konkrete Gespräche habe es dazu aber bisher noch keine gegeben, so Tesch.

Mit der digitalen Stadt will Microsoft zudem eine grundlegende Diskussion anstoßen, um den öffentlichen Sektor mit intelligenten IT-Lösungen "fit für die Zukunft" zu machen. Intelligente IT sei für Städte und Kommunen eine Möglichkeit, sich auf die veränderten Bedürfnisse der Bürger und Unternehmen einzustellen.

Digitale Stadt von Microsoft

digitale Stadt

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"Love Clean London"
Eines der vorgestellten Projekte heißt "Love Clean London". In London können Bürger per Web-Interface, Smartphone oder per SMS oder MMS "Umweltkriminalität" melden. Die meisten Meldungen betreffen Graffitis. Diese Woche wurden 581 Meldungen getätigt, 146 davon fielen auf Graffitis. In Österreich gibt es in Wien bereits ein ähnliches Projekt. Über die Crowdsourcing-App "Mach mit!" der Buergerplattform.at können Nutzer Missstände in der Stadt, wie Schlaglöcher oder eine defekte Straßenbeleuchtung übers Smartphone an die Stadt melden.

Partizipation mit "Parteezy"
Microsoft präsentierte auf der CeBIT zudem das Tool "Parteezy", das als eine Art Bürgertisch fungieren soll. Bürger sollen sich damit aktiv und früh an Entscheidungsprozessen in der Stadt beteiligen können. Die Idee dahinter: Wenn jeder Ideen einbringen kann und Experten bedarfsgerecht eingebunden werden, beschleunigt und verbessert dies Prozesse nachhaltig und steigert so die Effizienz. Das Tool eignet sich auch für eine städteübergreifende Vernetzung von Behördenchefs, Amts- und Referatsleitern für einen Austausch, gemeinsame Projekte und Nutzung von Synergien. Die Plattform soll in Deutschland ab 21. März an den Start gehen.

Cloud-Lösung Azure als Basis
Doch warum setzt sich Microsoft eigentlich für derartige Open Government-Initiativen ein? Mit der Open Government Data Initiative (OGDI) hat Microsoft eine offene Programmierschnittstelle geschaffen, über die Daten in die Cloud geladen und auch wieder abgefragt werden können. Standardmäßig wird die Lösung in Kombination mit der Microsoft Cloud-Lösung Azure angeboten. Azure dient dabei als "gemeinsamer Nenner", auf das Microsoft-Logo wird bei den Plattformen und Apps jedoch großteils bewusst verzichtet.

Familien-App für Spielplatzsuche
Neben klassischen Open Government-Lösungen hat Microsoft zudem eine Familien-App, die derzeit in Berlin getestet wird, präsentiert. Die App des Start-ups emotion touch versorgt dort Bürger mit aktuellen News über Spielplätze. Generiert werden diese Informationen über Schnittstellen mit der Stadtverwaltung, die dann ebenfalls in der Azure-Cloud abgespeichert und von dort abgerufen werden können.

Lernsoftware wird Touchscreen-fähig
Im Bereich Bildung präsentierte Microsoft ein Update der Lernsoftware "Schlaumäuse". Diese werden mit Windows 8 Tablet- und Touchscreen-fähig. Die als Pilotprojekt gestartete Lernsoftware kommt in Deutschland und Österreich bei Vorschulkindern zur Verbesserung von Sprachkompetenz zum Einsatz. Die neue Version soll im Herbst 2012 veröffentlicht werden.

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