Netzpolitik
03.01.2018

Moneygram: US-Behörde verhindert Übernahme durch Chinesen

Alibaba wollte den US-Bezahldienst Moneygram für 1,2 Milliarden US-Dollar übernehmen.

Die Pläne des chinesischen Bezahldienstes Alipay für eine schlagartige internationale Expansion mit dem Kauf des Überweisungs-Spezialisten Moneygram sind am Widerstand der US-Behörden gescheitert. Die Unternehmen bliesen den rund 1,2 Milliarden Dollar schweren Deal ab, nachdem klar wurde, dass er keine Freigabe vom zuständigen Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) bekommt. Laut mit den geheimen Beratungen vertrauten Personen hatte die Behörde Zweifel an der Sicherheit der Daten von US-Bürgern.

Alipay ist der Bezahl-Service der chinesischen Handelsplattform Alibaba - und wird auch von Alibaba-Gründer Jack Ma kontrolliert. Die Übernahme war bereits vor knapp einem Jahr angekündigt worden. Die geopolitische Situation habe sich seitdem erheblich verändert, erklärte Moneygram-Chef Alex Holmes am späten Dienstag (Ortszeit).

Abgeschreckt

Das Scheitern der Übernahme könnte die amerikanischen-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen weiter strapazieren und andere Unternehmen aus China vor Investitionen in den USA abschrecken.

Chinesische Zukäufe in den USA haben es seit Monaten schwer. Im September blockierte US-Präsident Donald Trump die Übernahme der Halbleiterfirma Lattice Semiconductor, der Deal um den Versicherer Genworth Financial steckt im Komitee für Auslandsinvestitionen fest. Wegen US-Bedenken gab auch eine chinesische Investorengruppe den Einstieg beim digitalen Kartendienst Here auf, der mehrheitlich BMW, Daimler und Audi gehört.

Trump war mit dem Versprechen angetreten, einen harten Wirtschaftskurs gegenüber China zu fahren - hatte jüngst bei seinem Besuch in Peking aber mildere Töne angeschlagen.