Netzpolitik
18.11.2016

Obama kritisiert Facebook für Falschmeldungen

Bei seinem Deutschland-Besuch hat sich der US-Präsident Barack Obama zum Thema Fake-News geäußert: „Wir haben Probleme.“

Der Noch-US-Präsident Barack Obama ist diese Woche auf Abschiedstournee durch Europa. Bei einer Pressekonferenz in Deutschland äußerte er sich zur aktuellen Diskussion rund um Facebook und Fake-News, die darüber verbreitet werden. Einen direkten Zusammenhang zwischen Facebook und dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl sprach er nicht an.

“Wenn wir Fakten und den Unterschied zwischen was wahr und nicht wahr ist nicht ernstnehmen, wenn wir nicht zwischen seriösen Argumenten und Propaganda unterscheiden können, dann haben wir Probleme”, sagte Obama.

„In einem Zeitalter, in dem es so viel Fehlinformation gibt, die so gut verpackt ist und genauso aussieht, wie das, was wir im Fernsehen oder auf Facebook-Seiten sehen – wenn alles dasselbe zu sein scheint und keine Unterschiede gemacht werden können – dann wissen wir nicht mehr, was wir beschützen müssen. Wir wissen nicht mehr, wofür wir kämpfen müssen. Und wir haben so viel zu verlieren, was demokratische Freiheiten, Marktwirtschaft und Wohlstand angeht, den wir für selbstverständlich erachten.“

Die gesamte Pressekonferenz kann auf YouTube angesehen werden. Die staatsmännische Kritik an Facebook ist bei Minute 48:20 zu hören.

Erst kürzlich wurde ein Statistik veröffentlicht, laut der Fake-Meldungen im US-Wahlkampf auf Facebook deutlich häufiger als seriöse Meldungen geteilt wurden. Mark Zuckerberg verteidigte sein Portal und nannte den Vorwurf, dass Facebook den Ausgang der Wahl beeinflusst hatte, eine „ziemlich verrückte Idee.“