Mobbing macht auch vor dem Internet nicht Halt und wird dort auf neue, kreative Arten fortgeführt

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Netzpolitik
06/10/2015

Österreich: Cyber-Mobbing wird ein Straftatbestand

Erstmals soll Cyber-Mobbing auch im Strafgesetzbuch als eigener Strafbestand geführt werden. So könnte die strafrechtliche Verfolgung vereinfacht werden.

Das Internet ist aus dem Leben vieler Kinder und Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Doch leider nimmt damit auch das sogenannte Cyber-Mobbing zu, bei dem Schüler von ihren Altersgenossen verspottet und unter Druck gesetzt werden. Bislang war eine strafrechtliche Verfolgung schwer, in der kommenden Strafgesetzbuch-Novelle sei aber erstmals auch der Straftatsbestand Cyber-Mobbing vorgesehen. Das bestätigte Richter Norbert Stütler vom Landesgericht Feldkirch gegenüber ORF.at.

Jeder siebente Jugendliche

Der Strafrahmen ist bislang noch nicht bekannt. Bisher konnte Cyber-Mobbing über elf verschiedene Straftatbestände geahndet werden, unter anderem Körperverletzung, Nötigung und Verleumdung. Führt Cyber-Mobbing nachweislich zu einem Suizidversuch, sind derzeit bis zu zehn Jahre Haft möglich. Sind Unter-14-Jährige betroffen, die rechtlich gesehen noch nicht mündig sind, können diese zivilrechtlich verfolgt werden. Umfragen zufolge war bereits jeder siebente Jugendliche einmal von Mobbing im Internet betroffen.